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„Das ist ein Fasten, wie ich es liebe …“

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In seinem Schreiben an die Kirchengemeinden der Diözese erinnert Bischof Fürst an die Heilige Schrift und an eine andere Art des Fastens.

In seinem Hirtenbrief zu Beginn der Fastenzeit verweist Bischof Dr. Gebhard Fürst auf eine Art des Fastens, die für die Menschen da ist, welche unter der Corona-Pandemie leiden und die daher besonders gut in diese Zeit passt. Dabei gehe es nicht um Verzicht, sondern um das aufmerksame Handeln zum Wohl des Nächsten.

In seinem Schreiben an die Kirchengemeinden der Diözese Rottenburg-Stuttgart erinnert der Bischof daran, dass die Heilige Schrift eine andere Art des Fastens kennt als das bei uns übliche Verhalten und verweist auf die Stelle im Buch Jesaja, an der es heißt: „Das ist ein Fasten, wie ich es liebe…“ (Jesaja 58,6). Daran anknüpfend schreibt Bischof Fürst: „Lassen Sie uns leidvolle Situationen von Menschen nicht nur diagnostizieren und aus der Ferne beobachten. Sammeln wir Kraft, von uns selbst abzusehen, um anderen in ihren notvollen Situationen des Lebens tatsächlich nahe zu sein. Gehen wir weiter auf dem Weg dieses Fastens, auf dem wir den auf unterschiedliche Weise Bedrängten und von Lasten der Coronazeit Bedrückten einfallsreich beistehen und wirkungsvoll helfen.“ Denn Menschen, die Hilfe, Zuwendung, Unterstützung und Solidarität bräuchten, gebe es zurzeit viele: Alte und durch Krankheiten Geschwächte und deshalb besonders Gefährdete; diejenigen unter uns, die sich über ihre körperlichen und seelischen Grenzen hinaus für andere engagierten und an den großen Herausforderungen fast zerbrächen; die mutlos, traurig und antriebslos Gewordenen sowie Menschen, die die gegenwärtige Situation kaum mehr aushielten und daran verzweifelten. Jede und jeder sollte sich fragen, was für sie getan werden könne.

„Zusammen können wir diese Zeiten bestehen“, heißt es in dem Hirtenbrief und weiter schreibt Bischof Fürst: „So überraschend es sein mag. Wo Menschen durch Zuwendung und Hilfe Vertrauen, Mut und ein wenig Fröhlichkeit in diese düstere Zeit bringen, gehen sie auf ihre Weise einen Weg des Fastens.“ Wo immer wir hilfreich handelten in diesen, das Leben vieler Menschen zerreißenden Zeiten, da wirke unser Helfen heilsam auf uns zurück. „Wir finden Sinn fürs Leben, wo wir uns dem Anderen zuwenden. So wird aus dieser Art des Fastens ein neuer Weg zum Leben, ein österlicher Bußweg, der uns auf Ostern, das Fest der Auferstehung, freudig zugehen lässt“, heißt es in dem Hirtenbrief an die Katholikinnen und Katholiken in Württemberg.