Das Ja zum Willen Gottes und die Fragen gehören zusammen

Zum Abschluss der Wallfahrtswoche predigte Weihbischof Kreidler am Sonntag, 14. September, auf dem Hohenrechberg bei Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) über das Thema „Paulus und Maria – Ja zum Willen Gottes“. Bei beiden Gestalten, Maria und Paulus, stellte Kreidler einen Glauben heraus, der auch unter dem Kreuz und trotz schwerer persönlicher Belastungen „lebendig und stark“ geblieben sei und andere gestärkt habe. Ein solcher Glaube sei „Hoffnung gegen alle Hoffnung“. Der Glaube Marias und des Paulus sei ein „Ja ohne Bedingungen“ gewesen, obwohl sie in dieses Ja erst hätten hineinwachsen müssen. „Das Ja zum Willen Gottes“, so Kreidler, „wächst letztlich aus der Erfahrung der Nähe und der Kraft Gottes.“

Als Wallfahrer, so sprach der Weihbischof seine Zuhörer an, spürten sie, wie gut es tue, zu kommen „mit dem, was auf einem lastet, uns innerlich hin und her reißt, manchmal ratlos macht, aber auch mit dem, was uns freut und lebendig macht“. Ja zum eigenen Leben zu sagen, sei nicht „von einem Augenblick auf den anderen möglich“, sondern brauche oft Zeit. Das gelte besonders dort, wo man das Leben als Zumutung empfinde. „Es darf sein und es soll so sein, dass wir Gott im Kontext der Kreuze unseres Lebens in Frage stellen, auch und nicht zuletzt unsere Warum-Fragen“. Das Ja und die Fragen, so Kreidler, werden durch das Gebet zusammengehalten. Wer bete, der ahne und hoffe, dass letztlich doch alles gut sei, er lasse aber „gleichzeitig seine Fragen nicht beiseite schieben“. „Wer betet, möchte ein großes Ja sagen, ein Ja zum Willen Gottes, weiß aber dennoch, dass es Situationen geben kann, wo die Fragen die Oberhand behalten“, sagte Weihbischof Kreidler.