Das neue Gesicht der Caritas in der Diözese

Bei der Amtseinführung im Rottenburger Bischofshaus hob der Bischof die Bedeutung der Caritas für die Kirche hervor: Kirche sei als Kirche Jesu Christi von ihrem Wesen her karitativ. Ohne die Sorge um die Notleidenden fehle ihr der eigentliche Grund und ihre Glaubwürdigkeit. Eine missionarische Kirche im Volk entfalte ihre Kraft nur dann, wenn sie eine karitative Kirche sei.

Christen seien Anwälte für das Heil, das Heilsein des Menschen und des ganzheitlichen Gelingens seines Lebens im umfassenden Sinn, so der Bischof. Damit folgten sie der Lebenspraxis Jesu. In ihm habe sich Vergegenwärtigung des Heils ereignet. „Durch das befreiende Handeln Gottes in Jesus Christus sind die Christen „befähigt worden, sittlich zu handeln und in der Liebe wirksam zu sein.“ Der Bischof versprach alle Einrichtungen, die sich unter der karitativen Perspektive weiterentwickeln wollten, zu überstützen. Dasselbe gelte auch für die Arbeit der neuen Hauptabteilungsleiterin Irme Stetter-Karp, die heute 50 Jahre alt wurde. „Sie, sehr geehrte Frau Dr. Stetter-Karp, haben mich als Bischof mit den mir gegebenen Möglichkeiten auf ihrer Seite“, sagte Fürst.

Die 1956 geborene Ellwangerin ist das zwölfte Kind einer Bauern- und Gastwirtsfamilie. Sie studierte Diplomsozialarbeit und Diplompädagogik in Esslingen und Tübingen und promovierte mit einer Arbeit über die Anwendung der interkulturellen Theorie auf das Verhältnis der Geschlechter. Von 1975 an war sie in diversen sozialen Einrichtungen tätig, bis sie 1981 beim Bund Deutscher Katholischer Jugend (BDKJ) als Referentin für die Soziale Bildung tätig wurde. Von 1986 bis 1990 leitete sie dann das Bischöfliche Jugendamt und von 1996 bis 2000 das Katholische Bildungswerk der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Irme Stetter-Karp prägt seit Jahren die Arbeit des Caritasverbandes der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Seit 2000 leitete sie den Verband gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden Monsignore Wolfgang Tripp und Dr. Rainer Brockhoff. Über mehrere Jahre hinweg hatte die 49-jährige Mutter zweier Kinder die Deutsche Bischofskonferenz in der Jugendkommission beraten, war Delegierte des BDKJ-Bundesverbandes im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZDK) und dort auch als Delegierte des Diözesanrates vertreten. Auf der diesjährigen Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz wurde Frau Dr. Irme Stetter-Karp als Beraterin in die Kommission XIII für karitative Fragen gewählt, so dass ihre Stimme und Kompetenz zukünftig auch über unsere Diözese Rottenburg-Stuttgart hinaus wirksam werden kann.