Dem Antisemitismus entschieden widerstehen

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938, der so genannten Reichspogromnacht, wurden im ganzen Deutschen Reich Synagogen geschändet und angezündet, jüdische Geschäfte geplündert und Wohnhäuser demoliert. Jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger wurden misshandelt und ermordet, Zehntausende in Konzentrationslager verschleppt. Nach Jahren zunehmender Repression gegenüber den Juden in Deutschland seit 1933 leiteten die Novemberpogrome eine neue Eskalation der systematisch geplanten und durchgeführten Verbrechen gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland und weiten Teilen Europas ein, deren schreckliche Bilanz die Ermordung von mehr als sechs Millionen Juden war.


„Die Erinnerung an die unsäglichen Verbrechen an den Juden“, so Bischof Gebhard Fürst, „muss uns auch heute noch mit Scham und Entsetzen erfüllen.“ Dem heute wieder erstarkenden Antisemitismus müsse mit Wachsamkeit und großer Entschiedenheit widerstanden werden. Bischof Fürst bittet die Kirchengemeinden der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der Geschehnisse am 9. November in Gottesdiensten zu gedenken oder sich an örtlichen ökumenischen Gottesdiensten und Gedenkfeiern der Kirchen und anderer christlicher sowie jüdischer Glaubensgemeinschaften zu beteiligen.

Vorschläge für die Gestaltung solcher Feiern hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Baden-Württemberg jetzt unter dem Titel „Erinnerung und Umkehr – Novemberpogrome 1938“ herausgegeben. Die Handreichung, die auch von der ACK Deutschland übernommen und bundesweit empfohlen wird, enthält Textvorschläge für einen Ökumenischen Gottesdienst und für eine „Stunde der Erinnerung“.

Die Handreichung ist bereits allen Pfarreien der Diözese zugeleitet worden. Weitere Exemplare können bezogen werden

· bei der Expedition des Bischöflichen Ordinariats:
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