Dem Völkerapostel auf der Spur

Aus Anlass des 40-jährigen Bestehens des Ständigen Diakonats in der württembergischen Diözese folgen sie den Spuren des in Tarsus geborenen Völkerapostels – und dies in dem Jahr, in dem die katholische Kirche dessen 2.000. Geburtstag feiert. „Paulus hat als erster in seinen Briefen an die ersten christlichen Gemeinden die Diakone erwähnt“, stellt der Bischöf-liche Beauftragte für den Diakonat in der Diözese, Godehard König, fest.

Laut König erhoffen sich die Diakone an den heiligen Stätten des heute fast vollstän-dig muslimischen Landes, in dem nur noch 0,2 Prozent Christen leben, Impulse für ihren Dienst mit und für die Armen und Notleidenden. Er sei davon überzeugt, so Kö-nig, dass die frühen Christen in der damaligen römischen Provinz Kleinasien vor allem durch ihre engagierte Zuwendung zu den Schwachen auf die Gesellschaft ausstrahl-ten und die christlichen Gemeinden rasch wachsen konnten. Solche Impulse brauche die Diözese Rottenburg-Stuttgart, die sich als eine diakonisch-missionarische verste-hen wolle, so König.

Die Reise führt außer nach Izmir, das antike Smyrna, unter anderem nach Ephesus, dessen christlicher Gemeinde Paulus seinen berühmten Brief schrieb und wo sich die örtlichen Silberschmiede gegen ihn versammelten. Auch Milet liegt auf der Reiseroute der 30-köpfigen Gruppe; dort hielt Paulus seine in der Apostelgeschichte zitierte Ab-schiedsrede vor den Ältesten aus Ephesus. Nach den Worten Königs ist die Zeit des Paulus für Christen durchaus vergleichbar mit der heutigen: „Paulus wollte die anti-ken Heiden von der Menschenfreundlichkeit des Gottes Christi überzeugen, heute wollen wir Christen als Missionare in einer säkularen Umwelt mit diakonischem Enga-gement und Nächstenliebe überzeugen.“