Der Fall Kusch: „Zukunftsangst eines alten Menschen für eine zynische Selbstinszenierung instrumentalisiert“

„Dass Kusch die Zukunftsangst eines alten Menschen, der gar nicht schwer erkrankt war, für seine zynische und geschmacklose Selbstinszenierung instrumentalisiert, ist moralisch absolut verwerflich“, sagte Bischof Fürst. „Eine wirklich aus humaner Gesinnung kommende Unterstützung der alten Dame hätte ihr Perspektiven aufgezeigt und Mut gemacht, anstatt sie in den Tod hineinzutreiben.“

Bischof Fürst sprach sich auch dagegen aus, „diese Vorkommnisse jetzt zum Anlass zu nehmen, um pauschal und undifferenziert die Einrichtungen und das Personal der Altenpflege zu diffamieren.“ Sowohl die skandalöse Tat Kuschs als auch die jetzt reflexartig erfolgende massive Kritik an der Pflege fördere geradezu die Angst und die Verzweiflung von Menschen, die mit der eigenen Pflegebedürftigkeit konfrontiert seien. Dies sei gegenüber den Betroffenen ebenso verantwortungslos wie gegenüber den Mitarbeitenden in der Pflege, die in aller Regel mit hoher Kompetenz und unter großem persönlichem Einsatz einen schweren Dienst für andere Menschen leisteten, sagte der Bischof. Er verkenne nicht, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Einrichtungen und für das Pflegepersonal zu Belastungen führten, die oft kaum mehr zu bewältigen seien. Jeder einzelne Fall sei inakzeptabel, wo dies Vernachlässigungen von Pflegebedürftigen zur Folge hätte. Aber man dürfe angesichts erschreckender Einzelfälle nicht vergessen, dass in den Pflegeeinrichtungen in der überwiegenden Mehrzahl eine Qualität und eine Atmosphäre herrschten, in der sich die Bewohnerinnen und Bewohner wohl fühlten. Gerade in den letzten Jahren seien hier enorme Anstrengungen unternommen worden. „Es ist für mich nicht zuletzt eine Frage der Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gerade auch in den kirchlich-caritativen Einrichtungen, dass ich sie vor wahrheitswidrigen Anschuldigungen schütze“, sagte Bischof Fürst.