Der heilige Martin von Tours, eine Leitfigur der Pastoral

Dies hat Bischof Gebhard Fürst am Martinusfest, dem Namenstag der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Rottenburger Bischofskirche, betont. Das Bibelwort; „Was ihr für einen der Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan“, sei die „einfachste und tiefste Zusammenfassung der eigentlichen urchristlichen Einsicht“, auf die alles ankomme, betonte der Bischof. Mehr als jedes abstrakte Gebot sei die Gestalt des Martinus weit über jedes Brauchtum hinaus ein anstiftendes Vorbild. Heute gebe es ungezählte unheile Lebenssituationen von Menschen; in der ferneren oder nächsten Umgebung eines jeden liege vieles im Argen. Da seien Menschen wie der heilige Martin, die nicht an der Not vorüber gingen, eine „heilsame Wohltat“, so Bischof Fürst. Die Überlieferung, der zufolge sich Christus in der Gestalt des Bettlers dem Martinus zu erkennen gegeben habe, mache aber auch deutlich, dass man Gott finde, wenn man sich in Liebe dem Nächsten zuwende. Durch seine Tat habe das Leben des Heiligen selbst eine ungeahnte Tiefe und einen wirklichen Lebenssinn erfahren, sagte Bischof Fürst.

Anlässlich des Martinusfestes hatte Bischof Gebhard die Martins und Martinas der Diözese Rottenburg-Stuttgart nach Rottenburg eingeladen und traf sich nach dem Gottesdienst mit zahlreichen Gästen zu einem Abend der Begegnung in der Rottenburger Festhalle. Dabei wurde auch das im Rottenburger Martinihaus erarbeitete Konzept eines Martinuswegs vorgestellt, der vom ungarischen Szombately ins französische Tours führt und der auch die Diözese Rottenburg-Stuttgart mit einem Hauptweg und einigen Regionalwegen durchzieht.

Dr. Thomas Broch