Der Versöhnung dienen

Die Menschen in der Diözese schätzen seine freundliche und wohltuende Ausstrahlung. Eine ganze Generation von Priestern und Mitarbeiter/-innen im kirchlichen Dienst hat er als Seelsorger auf ihrem Weg in die pastorale Praxis begleitet. Seine Liebe gilt der Liturgie.

Am 31. Mai 1946 in Horb-Grünmettstetten geboren, absolvierte der Sohn einer kinderreichen Bauern- und Handwerkerfamilie die Schulzeit in seinem Heimatort, sowie in Rottenburg (Martinihaus und Progymnasium) und in Rottweil (Konvikt und Gymnasium). Von 1966-1970 studierte Kreidler katholische Theologie in Tübingen und Paris. Nach seiner Priesterweihe 1972 in Rottenburg war er zunächst Vikar in der Liebfrauengemeinde in Stuttgart-Bad Cannstatt, danach für drei Jahre Sekretär der Bischöfe Carl-Joseph Leiprecht und Georg Moser. Es folgten vier Jahre als Repetent im Tübinger Theologenkonvikt Wilhelmsstift und sechs Jahre als Assistent des damaligen Professors Walter Kasper am Lehrstuhl für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen. 1986 promovierte er mit einer Arbeit über die "Theologie des Lebens" von Karl Adam zum Doktor der Theologie.

Danach leitete Kreidler als Regens das Rottenburger Priesterseminar, bevor ihn Papst Johannes Paul II. 1991 zum Weihbischof der Diözese und Titularbischof von Edistiana (Tunesien) ernannte. "Der Versöhnung dienen" (Ministerium reconciliationis) lautet sein bischöflicher Wahlspruch. Bis 2004 war er als Bischofsvikar und Leiter der Hauptabteilung I des Bischöflichen Ordinariats acht Jahre lang zuständig für die Priester- und Theologenausbildung sowie für die religionspädagogische Ausbildung der pastoralen Dienste.

Nach der Ernennung des damaligen Bischofs Walter Kasper zum Kurienkardinal hatte Kreidler von 1999 bis zur Bischofsweihe von Gebhard Fürst im Jahr 2000 die Funktion des Diözesanadministrators inne.
Am 1. Oktober 2004 übernahm Johannes Kreidler die Hauptabteilung VI – Liturgie, Kunst und Kirchenmusik vom scheidenden Domkapitular Werner Groß, die er bis heute leitet. Zudem hat der das Amt des Domdekans inne.
Auf der Ebene der Deutschen Bischofskonferenz gehört Kreidler den Kommissionen IV "Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste" und XI "Ehe und Familie" an. Als zuständiger Bischof der Kommission IV für das Ständige Diakonat ist er auch Mitglied der Arbeitsgruppe "Hauptberufliche pastorale Dienste" und der Bundesarbeitsgemeinschaft "Ständiges Diakonat".
Bischof Gebhard Fürst wird den Jubilar am kommenden Freitag in einer Feierstunde ehren. Anlässlich seines Geburtstags wird unter dem Titel „Leben aus der Kraft der Versöhnung“ im Schwabenverlag eine von George Augustin und Klaus Krämer herausgegebene Festschrift erscheinen.