Die Frauen sind bei den Kandidaten in der Mehrheit

Die Kirchengemeinderatswahl 2005 steht im Zeichen der Kontinuität. Zwei Drittel der alten Kandidaten haben sich erneut zur Wahl gestellt. Die Hälfte der Kandidaten ist zwischen 40 und 50 Jahren und bildet damit die stärkste Fraktion, gefolgt von den zwischen 30- und 40-Jährigen. Insgesamt sind 85 % der Kandidaten zwischen 30 und 50 Jahren. Der Anteil der jungen Erwachsenen unter 30 Jahren beträgt 9 %.

Probleme gab es bei der Kandidatensuche. Die Hälfte der Kirchengemeinden gab an, dass in diesem Jahr die Kandidatensuche schwieriger verlief als sonst. Als häufigsten Grund, sich nicht für den Kirchengemeinderat aufstellen zu lassen, wurden Zeitmangel, Belastungen durch den Alltag und der befürchtete zeitliche Aufwand für das kirchliche Amt genannt. Auch das gegenwärtig hohe Maß an beruflicher Belastung hinderte viele am ehrenamtlichen Engagement. Ca. 300 Kirchengemeinden haben die notwendige Kandidatenzahl, ein Drittel mehr als Sitze im Kirchengemeinderat, nicht erreicht und einen Antrag auf Sonderge¬nehmigung gestellt.

Der Anteil der Kirchengemeinden, die im Laufe des kommenden Jahres die Wahl neu ansetzen müssen, weil sie weniger oder nur genau die Zahl der zu wählenden KGR-Mitglieder an Kandidaten gewinnen konnten, ist noch nicht bekant. Diese Gemeinden werden ein Vertretungsgremium einrichten, das dieselben Aufgaben und Rechte wie ein gewählter Kirchengemeinderat hat, aber zunächst nur für ein Jahr vom Ordinariat bestätigt wird. Danach soll versucht werden nochmals zu wählen.

Zum ersten Mal werden die Katholiken anderer Muttersprachen zeitgleich eigene Pastoralräte als Gemeindevertretung wählen. Bei der Kandidatensuche für die Pastoralräte gab es kaum Probleme. Alle haben die notwendige Anzahl an Kandidaten gewinnen können. Wie der Kirchengemeinderat trägt auch der Pastoralrat zusammen mit dem Pfarrer die Verantwortung für alle Bereich im Leben der Gemeinde.

Ein weiteres Novum dieser Wahl: Die Katholiken in ganz Baden-Württemberg wählen am gleichen Termin mit einem gemeinsamen Motto, „Aufbrechen – Zeichen setzen“, ihre Kirchengemeinderäte. Am 13. November werden im Erzbistum Freiburg rund 1,8 Millionen und im Bistum Rottenburg-Stuttgart rund 1,6 Millionen Wahlberechtigte an die Wahlurnen gerufen. Wahlberechtigt sind alle Gemeindemitglieder, die am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben. Aus etwa 15.000 Kandidatinnen und Kandidaten in der Erzdiözese Freiburg und 14.000 im Rottenburger Bistum haben die Katholiken ihre Räte für fünf Jahre zu bestimmen. In Freiburg sind das rund 10.500 Mandatsträger, in Rottenburg etwa 10.000.