Die Freiheit, neu anzufangen

Am Sonntag eröffnete der im Bischöflichen Ordinariat für Ökumene und Glaubensfragen zuständige Domkapitular in Giengen gemeinsam mit der Ulmer evangelischen Prälatin Gabriele Wulz diese Aktion für das Brenztal und die benachbarte Region auf der Schwäbischen Alb. Vor 20 Jahren ist diese Aktion der Glaubenserneuerung in Finnland entstanden.

Der dauernde Neuanfang, so Bour, sei eine „Grunderfahrung christlicher Existenz“. Es gehe darum, „religiös sprachfähig“ zu werden, um so auch mit anderen über den Glauben reden zu können und „Zeugnis abzulegen von dem, was uns Halt und Orientierung gibt im Leben“. Die Aktion „Neu anfangen“ wolle Menschen wieder in Berührung mit Gott bringen – „nicht aufdringlich und frömmelnd, sondern dezent und überzeugend“, sagte Bour.

Der Rottenburger Theologe betonte, die Initiative zum Neuanfang gehe nicht vom Menschen aus, sondern Gott fange neu mit dem Menschen an. „Nicht wir befassen uns erneut mit ihm, sondern er wendet sich erneut uns zu.“ Das gelte auch in ausweglos erscheinenden Situationen, sagte Bour mit Blick auf die Geschichte des biblischen Volkes Israel. Gott gehe gerade „mit neuen Situationen kreativ um“, wo Menschenverstand am Ende sei und Menschen keinen Ausweg mehr sähen. Dies mache frei von Angst, Ausweglosigkeit und Resignation und gebe Kraft, Herausforderungen anzunehmen und Schwierigkeiten zu überwinden, betonte Bour. Allerdings gehe es auch darum, „das Wachstum des Neuen zu entdecken und andere dafür sensibel zu machen“.