Kunst

Die Kunst der Menschlichkeit

Künstler Peter Klak

Die Musik ist an, der Stift ist in der Hand – mehr braucht Peter Klak nicht, um den ersten Inspirationen auf dem Blatt Kontur zu geben. Foto: DRS/Guzy

Immer wieder flankiert Peter Klak kirchliche Aktionen mit seinen Werken. Ein Aspekt grundiert viele seiner Zeichnungen und Malereien.

Ein Mensch mit einem Orang-Utan auf den Schultern flieht vor einem monströsen Vogel. Dieser verliert das Gefieder, sodass nach und nach sein Gerippe zum Vorschein kommt. Die Federn, die zu Boden fallen, verwandeln sich in Flammen, die die Natur verbrennen. Seine Bilder wenden sich stilistisch dem Surrealen zu, sagt Peter Klak. Das Verhältnis des Menschen zum Tier und zur Natur leitet den Künstler bei seinen aktuellen Arbeiten thematisch an. Das fügt sich gut in die Richtungsspur seiner bisherigen Werke, die oft Aspekte wie Menschlichkeit und die verschiedenen Formen ihrer Bedrohung und Gefährdung aufgreifen. Klaks kreatives Engagement findet auch immer wieder im kirchlichen Kontext Platz.

„Hintergrundrauschen“ laute der Arbeitstitel der neuen Bilderserie, sagt Klak. Er präsentiert die bereits fertigen Blätter in Tusche-Acryl-Mischtechnik im Kellerraum seines Hauses. Dort, zwischen Regalen mit Büchern zu Kunst, Malen und Zeichnen sowie Kisten mit Bastelmaterial, fertigt er seine Bilder an. Auf der Arbeitsplatte liegt ein weißes Blatt mit ersten Bleistiftkonturen. Ein Foto von drei Kormoranen am Neckar, das Klak vor einiger Zeit gemacht hat, dient als Vorlage. Das fertige Bild wird aber sicher keine Eins-zu-eins-Kopie.

Denn „das Fantastische kennzeichnet die Kunst von Peter Klak“, wie es einmal in der Laudatio zu einer seiner Ausstellungen hieß. „Ich war ein absoluter Träumer“, fasst Klak seine Schulzeit zusammen. Daher seien die Eltern häufiger in die Schule bestellt worden. Zeichnen aber, erklärt er, sei ihm schon immer wichtig gewesen. Die Komponenten seiner heutigen Motive stammen oft aus der christlichen Symbolwelt.

Kunst für alle

Er war in einer katholischen Jugendgruppe (Katholische Studierende Jugend) und bei Jugendgottesdiensten engagiert, wie der heute 65-Jährige erzählt. Seit 2020 ist Klak sogar Mitglied im Kirchengemeinderat von St. Peter und Paul Heilbronn.

Bei einer Aktion der Kirche auf der Bundesgartenschau 2019 konnten Kinder zusammen mit dem Künstler überdimensionale Holzlöffel ausschmücken; bei der Abschlussveranstaltung des „Kirche am Ort“-Prozesses half Klak, Symbole für die Seelsorgeeinheiten mit Epoxidharz zu einer Plastik zu vereinen; für den Gedenkgottesdienst für die Opfer der Corona-Pandemie im vergangenen Frühjahr gestaltete er mit seiner Frau drei Banner für den Altarraum – das sind nur einige Beispiele für die Berührungspunkte zwischen seiner Kunst und der Kirche in Heilbronn.

Klak hilft auch anderen kreativ zu sein: Mit den Bewohnern eines Altenheims entstanden kleinformatige Kreuzwegbilder. Für die Katholische Erwachsenenbildung Stadt- und Landkreis Heilbronn (KEB) bietet Klak seit 2011 Mal- und Zeichenkurse an. Diese leite er „in seiner gelassenen und Mut machenden Art“, wie Ingrid Wegerhoff von der KEB berichtet. Sie erwähnt noch, dass Klak einmal für das Stadtviertelfest ein Baumrelief für den Stand der KEB beisteuerte.

Zeichnen nach DIN-Norm

Der Künstler und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind froh, dass die KEB-Kursreihe „Fantastisch und Plastisch“ nach der coronabedingten Pause wieder stattfindet. Eine plastische Präsenz wird auch einzelnen Elementen in Klaks Malerei zugeschrieben. Das kommt nicht von ungefähr: Im Jahr 1972 fing Klak, der zunächst in Nordrhein-Westfalen aufgewachsen war, bevor seine Eltern nach Süddeutschland zogen, eine Lehre als technischer Zeichner bei einem Unternehmen in Heilbronn an. Dadurch habe er das „dreidimensionale Sehen“ gelernt. Klak fügt an: Das sei das Einzige gewesen, was in an dieser nur an DIN-Normen orientierten Arbeit interessierte.

Es folgten Jahre mit verschiedenen Jobs im Grafik- und Druckbereich. Im Jahr 1994 verlegte Klak sich dann ganz auf die kreative Arbeit als freischaffender Künstler. „Ich kann etwas dazu beitragen, Kirche nach außen zu präsentieren“, sagt er.

Vorarbeiten für eine Ausstellung

Seine derzeitigen Arbeiten sollen sich zu einer Ausstellung zusammenfügen. Damit will Klak wieder in der Öffentlichkeit sichtbar werden, nachdem Corona Projekte und Kontakte für ihn merklich eingeschränkt hatte.

Im Juni konnte der Heilbronner Künstler mit einem Bild zumindest schon mal an der Ausstellung „Pictures for the Human Rights“ in Regensburg teilnehmen. Für das Projekt, das an weiteren Standorten zu sehen sein wird, haben 30 Künstlerinnen und Künstler jeweils einen der 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte interpretiert. Klak reichte eine Zeichnung zu Artikel 21 ein, der vom allgemeinen und gleichen Wahlrecht handelt.