Die Menschen am Rande im Blick

Der Kongress, an dem unter anderen der Erzbischof der südafrikanischen Diözese Durban, Kardinal Wilfrid Fox Napier, teilnimmt, endet am Sonntag im Stephansdom mit einer vom Wiener Kardinal Christoph Schönborn geleiteten Messe. Der ebenfalls als Teilnehmer angekündigte Erzbischof der indischen Diözese Mumbai, Kardinal Oswald Gracias, musste kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen absagen. Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, ist Protektor des IDZ. Er hält am Samstag einen Vortrag unter dem Titel „Wie und wovon werden Diakone morgen geistlich leben?“ Zu den Referenten der Tagung gehören weitere katholische Bischöfe, Theologen und Vertreter anderer Konfessionen.

Eines der Ziele der Konferenz ist nach den Worten des IDZ-Geschäftsführers Erik Thouet, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass die Kirche immer diakonischer werden solle. Eine solche Entwicklung sei ganz im Sinne von Bischof Fürst, der sich für eine diakonisch-missionarische Kirche ausspricht. „Diakone stehen für eine eindeutige Option der Kirche für die Armen, für die Menschen am Rande“, so Thouet. Zu diesem Zweck pflegt das IDZ internationale Kontakte auf allen Kontinenten. „Diakone gehen dorthin, wo Kirche sonst eher nicht hingeht“, betont Thouet.

Derzeit gibt es rund 36.000 Ständige Diakone in 130 Ländern, die meisten davon in Europa, USA und Kanada. Der Anteil der Diakone außerhalb dieser Regionen macht nur 2 Prozent aus. Bischöfe etwa in Asien -143 Diakone weist dort die Statistik aus - und in Afrika erkennen zunehmend, dass diakonische Arbeit der Kirche der Weg der Zukunft sein wird. Auf dem afrikanischen Kontinent gibt es nur 380 Diakone.

Auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde das Amt des Ständigen Diakons in der katholischen Kirche wiederbelebt. Für den Dienst kommt nur in Frage, wer sich bereits in Ehe und Familie, in Kirche und Berufswelt bewährt hat. Bei verheirateten Männern, die bei der Weihe mindestens 35 Jahre alt sein müssen, muss auch die Ehefrau ihr Einverständnis zu Ausbildung und Weihe geben.