Die Menschen hinter der Elektronik

Bei seinem traditionellen jährlich und von der Betriebsseelsorge der Diözese organisierten Besuch in einem Unternehmen ließ er sich von RAFI-Haupteigentümer Albert Wasmeier durch den Betrieb führen.

Der Unternehmensleitung dankte der Bischof für deren Sorge um sichere Arbeitsplätze in einem von hartem Konkurrenzkampf geprägten Weltmarkt. So habe die Firma im Einklang mit dem 13-köpfigen Betriebsrat bereits Leihkräften feste Arbeitsplätze gegeben.

Einig zeigte sich der Bischof mit Vorstand, Betriebsrat und Betriebsseelsorger Werner Langenbacher, dass die gute wirtschaftliche Lage in Oberschwaben mit einer Arbeitslosenrate von derzeit 2,7 Prozent leicht die Schicksale langzeitarbeitsloser Menschen vergessen lasse. Die RAFI-Unternehmensleitung betonte, dass sie bewusst Plätze für weniger qualifizierte Arbeitskräfte erhalte und nicht ins Ausland verlagere.

Seelsorger Langenbacher dankte dem Bischof, dass die württembergische Diözese die deutschlandweit best ausgestattete Betriebsseelsorge anbiete. Als besondere Herausforderung in Oberschwaben bezeichnete er, sich einerseits um arbeitslose Menschen in der Region zu kümmern und andererseits zu sehen, wie Fachkräftemangel sich teils Existenz gefährdend für Betriebe auswirkt.

Geschäftsführer Wasmeier unterstrich, seine Firma bemühe sich massiv, ältere Mitarbeiter als „Knowhow-Träger“ zu halten. „Wir haben in der jüngeren Zeit bewusst auch ältere Kollegen eingestellt.“ Als teilweise problematisch bezeichneten Gastgeber und Besucher Leiharbeit, als deren Folge in einem Betrieb oft für gleiche Arbeit unterschiedliche Löhne gezahlt werden. Geschäftsführer Wasmeier plädierte für einen Mindestlohn für Leiharbeitskräfte. Von der Leiharbeitsfirma, mit denen er zusammen arbeitet, verlange er überdurchschnittliche Bezahlung für die RAFI-Kollegen. Er sei stolz, so Wasmeier, dass diese Firma sich inzwischen selbst für einen gesetzlichen Mindestlohn einsetze.

Dr. Thomas Broch