Die Ostermessen mit den Rottenburger Bischöfen

Die Feierlichkeiten an Palmsonntag mit Bischof Gebhard Fürst beginnen um
9:30 Uhr vor dem Rottenburger Kulturzentrum Zehntscheuer. Nach der Segnung der Palmen werden Erstkommunionkinder in einer Spielszene das Geschehen an Palmsonntag vergegenwärtigen. Dann zieht die Palmprozession unter Begleitung der Stadtkapelle Rottenburg zum Dom und zur St. Moriz-Kirche, wo jeweils die Passionsgeschichte in verteilten Rollen vorgetragen wird. Bei schlechtem Wetter erfolgt die Palmsegnung im Dom, die Prozession von der Zehntscheuer zum Dom entfällt.

Musikalisch bietet die Palmsonntagsliturgie im Rottenburger Dom einige Besonderheiten. Sie wird vom Konzert- und Aufbauchor der Mädchenkantorei und – wie jedes Jahr – von einem Gastchor gestaltet, diesmal von der Mädchenkantorei Wolpertswende-Mochenwangen. Entsprechend dieser ausgefallenen Besetzung und anlässlich der Ausstellung „Volksfrommes Osterbrauchtum“, die zeitgleich in der Rottenburger Festhalle stattfindet, hat Domkapellmeister Frank Leenen ein „Hosianna“ für drei Frauenchöre geschrieben, das nur bei diesem Anlass aufgeführt werden wird. Seit langer Zeit wird es beim Einzug in den Dom wieder ein „Pueri Hebraeorum“ und dann den mittelalterlichen Hymnus „Gloria, laus et honor“ geben. Kleine Werke zur Passionszeit eines damals großen Musiktheoretikers namens Padre Giambattista Martini, dessen Geburtstag sich heuer zum 300. Mal jährt, komplettieren das musikalische Programm.

Am Montag der Karwoche werden die heiligen Öle geweiht. Bei der Chrisammesse am 10. April weiht Bischof Gebhard Fürst um 10:30 Uhr das Kranken- und Katechumenenöl und das Chrisam, das dann von den so genannten Ölboten in die zentralen Kirchen der Dekanate in der Diözese Rottenburg-Stuttgart gebracht werden. Die heiligen Öle werden im Laufe des Jahres für Taufen, Priesterweihen, Krankensalbungen oder Kirch- und Altarweihen verwendet und sind ein Zeichen für die Stärkung durch den Geist Gottes. Die Mädchenkantorei aus Wolpertswende-Mochenwangen singt bei dieser Chrisammesse.

Bei der so genannten Messe vom Letzten Abendmahl an Gründonnerstag,
13. April, wird um 19:30 Uhr daran erinnert, wie Jesu im Kreis seiner Jünger die Eucharistie eingesetzt hat. Bischof Fürst wird die Kommunion wie Jesus damals in beiderlei Gestalt, Brot und Wein, reichen. Dem Beispiel Jesu folgend wird er auch sechs Anwesenden die Füße waschen. Musikalisch werden die Domsingknaben die Messe gestalten. Sie singen verschiedene Motetten, unter anderem das neu einstudierte „Ave verum“ von William Byrd.

Die Feier vom Leiden und Sterben Christi an Karfreitag, 14. April, beginnt im Rottenburger Dom traditionell um 15 Uhr. Weihbischof Thomas Maria Renz wird der Karfreitagsliturgie mit Wortgottesdienst, Kreuzverehrung, den Großen Fürbitten für Welt und Kirche sowie Kommunionfeier, aber ohne Eucharistiefeier, vorstehen. Der Domchor singt die als besonders schwierig geltende Johannespassion von Siegfried Strohbach. Der Komponist, emeritierter Professor der Musikhochschule Hannover, hatte seine 1976 verfasste Komposition zum ersten Mal vor einem Jahr vom Domchor gehört und war hoch beeindruckt von der Qualität der Rottenburger Dommusik, aber auch von der „Würde“ der Kar-Gottesdienste. Vom Domchor neu einstudiert wurde Hugo Distler's große Motette „Fürwahr, er trug unsere Krankheit“, einer der eindrücklichsten Bestandteile der Karfreitagsliturgie.

Bei der Lichtfeier wird zu Beginn der Osternacht am Samstag, 15. April, um 21 Uhr vor dem Hauptportal des Rottenburger Doms die Osterkerze entzündet. Sie wird in den dunklen Dom getragen. Ihr Licht entzündet die Kerzen der Gläubigen. Bischof Gebhard Fürst wird der festlichen Messe vorstehen, die Choralschola der Domsingschule wird sie musikalisch begleiten. Eine Besonderheit dabei sind die Zwischengesänge des früheren Domkapellmeisters Prof. Kugler.

Am Sonntag, 16. April, werden Bischof Gebhard Fürst um 10 Uhr in der Stuttgarter Konkathedrale St. Eberhard, Königstraße, und Weihbischof Thomas Maria Renz um 9:30 Uhr im Rottenburger Dom die Ostermessen feiern. Im Rottenburger Dom wird der Domchor von Wolfgang Amadeus Mozart anlässlich seines Jubiläums die „Missa longa“ für Soli, Chor und Orchester aufführen, wobei der Titel der eher die Festlichkeit als die Länge der Messe beschreibt. In der Stuttgarter Konkathedrale wird der Domchor St. Eberhard gemeinsam mit Mitgliedern des Staatsorchesters Stuttgart die „Krönungsmesse“ von Mozart und von Händel das „Halleluja“ aufführen. Die Leitung hat Dommusikdirektor Martin Dücker.