Die Perspektive des Apostels Jakobus: Orientierung an Christus

Es gehe darum, so Hagmann, „hinter einem populär gewordenen Wallfahrts-Tourismus nach Santiago de Compostela wieder die geistliche Motivation freizulegen, warum Menschen sich als Pilger auf den Weg machen“. Man höre und lese oft, der Weg sei das Ziel. Dies sei aber nicht richtig, sagte Domkapitular Hagmann. „Der Pilgerweg hat ein Ziel: die gläubige Begegnung mit Christus.“ Hagmann wies darauf hin, dass die mittelalterlichen Pilger mit der Hand eine Säule am Eingang der Kathedrale von Santiago de Compostela berührt haben, die die „Wurzel Jesse“ darstellt. Nach biblischer Tradition geht auf Jischaj, den Vater Davids, der Stammbaum zurück, der zu Jesus von Nazareth hinführt. „Die Wurzel Jesse zu berühren bedeutet, sich auf die Wurzeln der Heilsgeschichte zu besinnen“, sagte Hagmann. Ebenso habe es eine tiefe symbolische Bedeutung, dass die Pilger in der Kathedrale die Statue des Apostels Jakobus von hinten umarmen. So nehmen sie seine Blickrichtung ein und „werden in seine Perspektive eingewiesen: die Orientierung an Jesus Christus“. Dies, so betonte Rudolf Hagmann, sei die Theologie der Kathedrale von Santiago de Compostela und der Jakobswallfahrt insgesamt.