Die Sehnsucht nach den letzten Fragen

Rottenburg/Stuttgart. 18. Februar 2015. Kunst kann nach Überzeugung von Bischof Gebhard Fürst bei der Antwort auf „die letzten Fragen“ als Brücke dienen. „Kunst kann Gott hörbar, sichtbar und berührbar machen – vorausgesetzt, Künstler und Betrachter geben ihm Raum und öffnen sich für diese Fragen“, sagte er in seiner Predigt zum traditionellen Aschermittwoch der Künstler in Stuttgart-Hohenheim. Damit sei Kunst die Brücke zwischen den Wirklichkeiten und Wahrheiten, ebenso, wie die Menschen selbst.

Mit Blick auf die Folgen der im französischen Satiremagazin Charlie Hebdo veröffentlichten Karikaturen müsse man sich allerdings neu mit der Frage auseinandersetzen, was Kunst auslösen könne. „Zugleich konfrontieren uns jene schrecklichen Taten mit den letzten Fragen. Nach dem, was im Menschen ist, angesichts des Bösen, das aus ihm heraus bricht“, sagte Bischof Fürst.

Gebhard Fürst formulierte die Sorge, ob der „mainstream der alles beherrschenden political correctness nicht bereits unwiederbringlich das Interesse an den letzten Fragen verloren hat“ und stellte die Frage, ob Kunst oder Religion hier wachrütteln könnten.

Nach der Aschermittwochsliturgie hielt die Direktorin der Stuttgarter Staatsgalerie, Prof. Christiane Lange, einen Vortrag über die Zukunft der Institution Museum. "In Zukunft wird sich die Frage stellen, ob das Museum des 21. Jahrhunderts
seine Aufgaben »Sammeln - Bewahren - Forschen - Vermitteln« weiterhin in dem
geforderten Maß umsetzen kann, oder ob die gesellschaftlichen Veränderungen
auch das Museum als »Tempel des Wissens« nachhaltig beeinflussen“, sagte Lange.