Diözese fördert 19 Arbeitslosenprojekte

Das hat der Vergabeausschuss in seiner Herbstsitzung am Mittwoch beschlossen. Abhängig vom Spendenaufkommen seien im Frühjahr 2013 weitere Förderungen möglich. Die Fördermittel werden durch Spenden, die Kollekte in den Gottesdiensten am Martinstag und Kirchensteuermittel aufgebracht. Der Vorsitzende des Vergabeausschusses der Bischöflichen Aktion Martinusmantel, Ordinariatsrat Joachim Drumm, betonte: „Die Befassung mit den Projektanträgen hat einmal mehr gezeigt, wie qualitätsvoll und unverzichtbar die Arbeit der Beschäftigungs- und Qualifizierungsinitiativen sind.“ Die Spenden der Aktion Martinusmantel können eine bis zu sechsfache Hebelwirkung erreichen, da sie den Projekten ermöglichen, Fördergelder des Bundes und der EU zu beantragen.

Dem Vergabeausschuss gehören neben dem Vorsitzenden, Ordinaritatsrat Dr. Joachim Drumm, Leiter der Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft im Bischöflichen Ordinariat, der Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Vermögen, Finanzdirektor Dietmar Krauß, der Ruhestandspfarrer und ehemalige stellvertretende Dekan in Stuttgart Walter Elser (Heilbronn), Ernst Mutscheller, früherer Geschäftsführer des beruflichen Bildungswerks BBQ der Arbeitgeberverbände in Baden-Württemberg (Steinheim), Harald Faber, Regionalleiter des Caritasverbands Ost-Württemberg (Aalen), Ewald Wietschorke, Fachreferent des Diözesancaritasverbands für Sozial- und Arbeitsmarktpolitik (Stuttgart) und Sven Parylak, Fachleiter Arbeit der Caritas Fils-Neckar-Alb (Esslingen) an. Der Geschäftsführer der Aktion Martinusmantel Hans-Peter Mayer und der Betriebsseelsorger Walter Wedl sind beratende Mitglieder.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Bischof Gebhard Fürst und Eva Strobel, Vorstandsvorsitzende der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit hatten am Sonntag das 25-jährige Bestehen der Aktion Martinusmantel mit Spendern und Projektteilnehmern sowie Gästen aus Politik und Gesellschaft gefeiert und dabei die Notwendigkeit der Aktion auch in Zeiten des Fachkräftemangels betont. Seit ihrer Gründung durch Bischof Georg Moser 1987 hat die Aktion Martinusmantel über 13 Millionen Euro in Arbeitslosenprojekte investiert. Rund 7.500 Menschen ließen sich durch Qualifizierung und Arbeitsmaßnahmen fördern. Mehrere tausend weitere Arbeit Suchende nahmen Beratungsangebote wahr.


Geförderte Maßnahmen:

Zehn "Stromspar-Check-Projekte" der Caritas in der Diözese bilden Langzeitarbeitslose zu Stromsparhelfern aus. Diese beraten armutsgefährdete Haushalte bei der Reduzierung des Energie- und Wasserverbrauchs, wodurch auch ein Beitrag zur Armutsbekämpfung und zum Klimaschutz geleistet wird. Der Service wird in folgenden Stadt- und Landkreisen angeboten: Ostalbkreis, Heidenheim, Ulm, Alb-Donau-Kreis, Ravensburg, Bodenseekreis, Tübingen, Böblingen, Stuttgart und Esslingen.

Der Kooperationsverbund katholischer Arbeitsintegrationsangebote in Ulm fördert Arbeit Suchende auf dreierlei Weise: Das Teilprojekt "Qualifizierung in der Altenhilfe" ermöglicht jungen Menschen eine Einstieg in unterstützende Tätigkeiten in der Seniorenarbeit. "NIL-Nachhaltige Integration Langzeitarbeitsloser" begleitet den beruflichen Wiedereinstieg, um Abbrüche zu vermeiden und die Nachhaltigkeit zu sichern. Die "ALO-Arbeitslosenberatung" bietet Arbeit Suchenden individuelle, maßgeschneiderte Beratung, unabhängig von Jobcenter und Arbeitsagentur.

Rund um Stuttgart ist der Caritasverband mit seiner Aktion "Azubi statt ungelernt" aktiv. Sie berät Jugendliche mit Migrationshintergrund und ihre Eltern über Ausbildungsmöglichkeiten und unterstützt sie bei der Aufnahme einer Berufsausbildung – bei Bedarf auch durch muttersprachlich versierte Fachkräfte.

In Aalen fördert die Aktion Martinusmantel die Erweiterung des "Kaufhauses der Caritas", eines Secondhand-Qualifizierungsbetriebs, um den Internet-Shop "K.d.C. Ebay-Shop". Dort erwerben die arbeitslosen Mitwirkenden Kompetenzen und Qualifikationen für den zukunftsträchtigen Internet-Handel.

"Praktisch berufsfähig" macht das Kommunikationszentrum für interkulturelle Zusammenarbeit KIZ Jugendliche in Kirchheim/Teck. Dort finden Haupt- und Förderschulabgänger Berufsorientierung und individuelle Unterstützung bei ihren Schritten in die Arbeitswelt.

Frauen mit Migrationshintergrund ermöglicht die Caritas Ludwigsburg mit ihrem Projekt "QuaMi Plus" den Erwerb eines staatlich anerkannten Berufsabschlusses als Hauswirtschafterin. Ein Teil der Ausbildung ist der Aufbau eines ständigen Mittagstisches im Migrationszentrum in Ludwigsburg.

"Ideel – Integrationsdienstleister", das Kompetenzzentrum Arbeit der Stiftung Haus Lindenhof in Schwäbisch Gmünd vermittelt AlG-II-Beziehern Praktika und Arbeitsstellen und begleitet sie bei ihren Tätigkeiten. Die Arbeitgeber berät das Zentrum bei der Einarbeitung und Betreuung dieser Mitarbeiter.

Im Kontext der Landesgartenschau und weiterer kommunaler Vorhaben erschließt der "Werkraum" im Werkhof Ost des Vereins JuFuN und der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) in Schwäbisch Gmünd Qualifizierungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Langzeiterwerbslose.

"Train – Finde deine Spur", in Göppingen, und "Chancenpool", Landkreis Ravensburg, zwei Projekte der Caritas, entwickeln mit benachteiligten Jugendlichen Lebens- und Berufsperspektiven. Teilweise arbeiten ehrenamtliche Paten mit.


Nähere Auskunft erhalten Sie bei:
Geschäftsführer der Aktion Martinusmantel, Hans-Peter Mayer, Tel. 0711 9791-203