Diözese hat in Rottenburg neuen Gedenkort für Bischof Sproll

Rottenburg. 13. Oktober 2013. Im Rahmen eines Tages der Offenen Tür im Bischöflichen Ordinariat hat Bischof Gebhard Fürst am Sonntag einen neuen Gedenkort für den im August 1938 von den Nazis aus Rottenburg vertriebenen Bischof Johannes Baptista Sproll eröffnet. Vor dem sogenannten „Sproll-Portal“ am Seitenflügel des Ordinariatsgebäudes erinnerte Bischof Fürst an das Geschehen des 23. Juli 1938, als dieses Portal von den Nationalsozialisten aufgebrochen wurde, um Bischof Sproll aus dem Palais zu holen.

„Wenn wir nun das Tor, das vor 75 Jahren gewaltsam aufgebrochen wurde, erneut öffnen und es in Stille durchschreiten, verneigen wir uns in Ehrfurcht vor diesem großen Hirten unserer Diözese und danken Gott für sein Leben und Wirken“, sagte der Bischof. „Unser neues Ordinariatsgebäude wäre unvollständig, würde es seine Geschichte ignorieren“, ergänzte Bischof Fürst.

Hinter dem historischen Portal wird für Besuchergruppen ein kleiner Raum mit Fotografien und Informationstafeln zum Leben des siebten Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart eingerichtet werden. Zu den Ausstellungsstücken werden dann auch Sprolls Totenmaske und sein Tragstuhl gehören. Dieser Museumsraum ist nach Anmeldung voraussichtlich ab Herbst 2014 für Gruppen und Schulklassen zugänglich.

Nach seiner Verbannung kehrte Bischof Sproll im Juni 1945 nach Rottenburg zurück, wo er, schwerkrank, am 4. März 1949 verstarb.

Pressemeldung drs/Manuela Pfann