Diözese unterstützt humanere Flüchtlingsunterbringung

Die darin angestrebten Verbesserungen für Asylbewerber wie die Umstellung von Essenspaketen auf Geldleistungen ist eine Forderung, für die sich die Kirchen und Wohlfahrtsverbände seit Jahren einsetzen.

Nicht ohne Weiteres verständlich sind für die Diözese Aussagen aus dem Landkreistag Baden-Württemberg gegenüber der Südwestpresse. Dieser halte die angestrebten Verbesserungen aus finanziellen Gründen und mangels Wohnfläche für nicht realisierbar. Die Diözese verweist auf andere Bundesländer, die bereits bislang mehr Wohnraum für die einzelne Person zur Verfügung stellen sowie auf die aktuell gemeldeten Überschüsse der Landkreise. „Wir betrachten es als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die neuen Herausforderungen in der Migrationspolitik in einem gesellschaftspolitischen Diskurs neu zu beantworten“, sagte Generalvikar Clemens Stroppel.

Deshalb sei die Diözese Rottenburg-Stuttgart bereit, im Rahmen ihrer Möglichkeiten für eine Verbesserung der Lebensverhältnisse von Flüchtlingen in ihrem Gebiet beizutragen. Dazu zähle auch die Unterstützung bei der Immobiliensuche: „Wir bieten an, in unseren Kirchengemeinden zu prüfen, wo kirchliche Immobilien und Wohnungen für eine Unterbringung von Flüchtlingen geeignet sind“, so Generalvikar Stroppel. In Einzelfällen sei dies bereits geschehen, so zum Beispiel in den katholischen Kirchengemeinden Nürtingen und Rottenburg.

Flüchtlinge erhalten bereits bislang Unterstützung durch die Diözese Rottenburg-Stuttgart oder ihre Organisationen, beispielsweise bei der Finanzierung von Anwaltskosten, ganz unmittelbar bei der Mitfinanzierung der Beratungsstelle „Refugio“ in Stuttgart, Anlaufstelle für traumatisierte Flüchtlinge, in der Einzelfallhilfe beim Opferfonds für Opfer von Zwangsprostitution und Menschenhandel und auch durch Beratung und Dienstleistungen innerhalb der Angebote des Caritasverbandes und seiner Mitglieder.

Manuela Pfann