Diözese will kirchliche Aids-Arbeit in der Ukraine fördern

Bei der Evaluierung der Projekte in dem osteuropäischen Land und bei der Sondierung neuer Unterstützungsmöglichkeiten wird er begleitet von seinem Stellvertreter Johannes Bielefeld und Sylvia Frank, der für die Ukraine zuständigen Referentin in der Weltkirchenabteilung. Zum Team gehört auch Brigitte Willbold-Mulach, die Vorsitzende des Diözesanratsausschusses „Eine Welt“, der sich – wie der Diözesanrat insgesamt – intensiv in der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit engagiert.

Die kritische politische Situation in der Ukraine halte die Rottenburger Delegation nicht von der Reise ab, betonte Stäps. Schließlich wolle die Diözese ja nicht ihre Partner für die Schwierigkeiten in deren Land bestrafen. Die Kirchen in der Ukraine seien für die Diözese ein besonders wichtiger Partner. Sie lägen in der Intensität der Zusammenarbeit an vierter Stelle. Wie überall auf der Welt unterstütze man auch dort den Aufbau von Seelsorgestrukturen. Nach den Zeiten des Sowjetregimes bestehe dort nicht nur ein großer Nachholbedarf, sondern auch eine enorme Steigerung des kirchlichen Lebens. So seien die Nachwuchszahlen in der Priesterschaft bemerkenswert hoch, betonte Stäps.

Auch die Aids-Arbeit der Kirche in der Ukraine soll von der schwäbischen Diözese aus schwerpunktmäßig gefördert werden. Bereits jetzt besteht eine Partnerschaft zwischen der in diesem Feld stark engagierten „Caritas spes“, einer Einrichtung der Diözese Kiew-Zhytomyr, und der „Brücke“, der katholischen Aids-Seelsorge in Stuttgart. Auch die Aids-Arbeit in der westukrainischen Diözese Sambir-Drohobych steht auf dem Besuchsprogramm der Rottenburger Delegation und auf der Liste der Fördervorhaben.

Durch die kirchliche Situation in der Ukraine sieht sich Domkapitular Stäps auch als Ökumenereferent der Diözese herausgefordert. So will er Möglichkeiten prüfen, wie das Miteinander zwischen den in der Ukraine bestehenden drei Orthodoxen Kirchen, der Lateinischen Kirche und der Ukrainisch-Griechisch-Katholischen Kirche gefördert werden kann. Auf Grund der unterschiedlichen Entwicklungen und politischen Positionen während der Sowjetzeit bestehen zwischen diesen Kirchen bis heute Spannungen. Besonders die Ukrainisch-Griechisch-Katholische Kirche, die unter der kommunistischen Herrschaft verboten war, will die Diözese beim Aufbau ihrer Bistümer unterstützen.

Die Reisegruppe aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart wird am 10. Mai zurück erwartet.