Dommusik in Rottenburg: musikalische Botschafterin in der Diözese

Ein Jahr nach ihrer Einberufung durch Bischof Gebhard Fürst hat die Arbeitsgruppe „Kirchenmusik am Dom“ unter Federführung von Weihbischof Johannes Kreidler jetzt ihre Ergebnisse dem Bischof vorgelegt. Dieser hat die durch die Arbeitsgruppe vorbereitete Konzeption gutgeheißen und die neue Satzung zum 1. Mai 2010 in Kraft gesetzt. Veröffentlicht wurde sie im Kirchlichen Amtsblatt für die Diözese Rottenburg-Stuttgart vom 15. Juni 2010.

Zu den strukturellen Veränderungen in der neuen Satzung gehört die Aufgabenteilung von musikalischer Leitung und Verwaltungsleitung in einer Doppelspitze. Mit Michael Lagemann hat der neue Verwaltungsleiter zum 15. Juni seine Stelle in der Domsingschule angetreten. Domkapellmeister Frank Leenen ist weiterhin für die musikalische Leitung der Dommusik verantwortlich.

Gestärkt wird die Position des Domkantors, dessen Stelle von bislang 50 Prozent auf 75 Prozent aufgestockt wird. Ein Beirat steht der Leitung der Domsingschule künftig beratend zur Seite. Damit wird dem vielfach geäußerten Wunsch nach einem Kommunikationsforums entsprochen, in dem sowohl die Anliegen der Leitung und der Chöre als auch die Interessen der Eltern, der Kirchengemeinde St. Martin sowie des Fördervereins Berücksichtigung finden. Nicht zuletzt sieht die Satzung die Gründung einer Elternvertretung vor, die besonders die Rechte der minderjährigen Chormitglieder vertritt.

Außer strukturellen Elementen regelt die neue Satzung auch Rechte und Pflichten der Chormitglieder der Domsingschule. Gegenüber dem Chorleben und den Konzerten der Domsingschule wird besonders auch die Aufgabe der Chöre hervorgehoben, die Pontifikal- und Gemeindegottesdienste im Dom musikalisch zu gestalten.

Ein finanzielles und ein pädagogisches Konzept ergänzt die strukturellen Regelungen der Satzung. Ziel des pädagogischen Konzepts ist eine Gestaltung der Domliturgie, die für die ganze Diözese vorbildlich ist und durch die sich die Domsingschule als musikalische Botschafterin versteht. Dabei wird neben der liturgisch-musikalischen Aufgabe auch die Persönlichkeitsbildung und die religiös-soziale Bildung hervorgehoben.

In einem persönlichen Schreiben dankte Bischof Gebhard Fürst den Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Kirchenmusik am Dom“ für ihre sorgfältige Arbeit. Er hoffe, so der Bischof, dass das Wirken der Domsingschule einen spürbaren Beitrag dazu leiste, dass sich die württembergischen Katholiken mit Rottenburg als Bischofsstadt und als Zentrum ihrer Diözese identifizieren.

Dr. Thomas Broch