Diözesanrat

Doppelhaushalt erstmals digital

V.l. Priesterratssprecher Paul Magino, Bischof Dr. Gebhard Fürst und Diözesanratssprecher Dr. Johannes Warmbrunn bei der ersten, digital stattfindenden Sitzung des Diözesanrats. Foto: Diözesanrat/Tina Campinge

V.l.: Priesterratssprecher Paul Magino, Bischof Dr. Gebhard Fürst und Diözesanratssprecher Dr. Johannes Warmbrunn bei der ersten, digital stattfindenden Sitzung des Diözesanrats. Foto: Diözesanrat/Tina Campinge

Zum ersten Mal in der Geschichte des Württembergischen Diözesanrats tagte der Rat digital. Das Gremium stimmte über wichtige Finanzbeschlüsse ab.

Am vergangenen Wochenende fand die Haushaltssitzung des Diözesanrats Rottenburg-Stuttgart in Form einer Videokonferenz statt. Dabei kam das oberste gewählte Gremium der Diözese seiner Funktion als Kirchensteuervertretung nach und verabschiedete einstimmig den Haushalt 2021/2022. „Wir sind finanziell gut aufgestellt, um die Zukunft verlässlich zu gestalten und uns im Sinne des christlichen Auftrags und der Bedürfnisse der Menschen weiterzuentwickeln“, sagt Werner Krahl, Vorsitzender des Finanzausschusses.  

Haushaltsplan 2021/2022

Ein Nettokirchensteuereinkommen von 507 Millionen Euro für das Jahr 2021 und von rund 523 Millionen Euro im Jahr 2022 legte der Diözesanrat seinen Finanzplanungen zugrunde. Nach Abzug der Vorwegausgaben für überdiözesane und gesamtdiözesane Aufgaben verbleibt ein verteilbares Aufkommen von 474,8 in 2021 bzw. 489,6 Millionen Euro in 2022, das sich Diözesanhaus-halt und Kirchengemeinden jeweils hälftig teilen. „Unser Haushaltsplan soll in der besonderen Situation, aus der Corona-Krise heraus, stabilisierend wirken“, betont Dietmar Krauß, Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Vermögen des Bischöflichen Ordinariats. Der verabschiedete Plan trage unter anderem dazu bei, dass die schon vorhandenen Einschränkungen nicht weiter negativ verstärkt werden. „Der Haushaltsbeschluss berücksichtigt zusätzlich nicht nur die Möglichkeit, dass der tatsächliche Kirchensteuereingang unseren Planansatz überschreiten könnte, er beinhaltet auch einen Ausgleichsmechanismus bei Planunterschreitungen“, erklärt Krahl. „Durch diese symmetrische Ausgestaltung haben wir einen dynamischen Handlungsspielraum.“

Jahresüberschussverwendung 2019

Das Gremium stellte darüber hinaus die Jahresrechnung 2019 mit einem Überschuss von 36,7 Millionen Euro fest. Dabei beschlossen die Rätinnen und Räte bereits im Juli dieses Jahres eine Zuführung von 16 Millionen Euro in die Allgemeine Rücklage sowie von sechs Millionen Euro zu der Altersversorgungsrücklage für Priester. „Mit diesen erheblichen Zuführungen zu den Rücklagen gelingt es uns, die Vorsorge im aktuell besonders schwierigen Jahr 2020 zu unterstützen“, hebt Krauß hervor. Weitere sechs Millionen des Überschusses fließen in den Zweckerfüllungsfond Weltweite Flüchtlingshilfe. Aufgrund coronabedingter Ertragsausfälle erhalten auch das Familienerholungswerk Diözese Rottenburg-Stuttgart, der Eigenbetrieb Tagungshäuser sowie der Eigen-betrieb der Akademie Mittel aus dem Jahresüberschuss 2019.

Aktueller Haushalt 2020

Nach derzeitigem Stand der Entwicklungen geht die Diözese Rottenburg-Stuttgart im laufenden Jahr 2020, aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie, von 530 Millionen Euro und damit einem Rückgang der Kirchensteuereinnahmen gegenüber 2019 von neun bis zehn Prozentpunkten aus. „Da wir in den vergangenen Jahren bereits mit einer eher vorsichtigen Prognose bezüglich der Kirchensteuereinnahmen kalkuliert haben und wir seit Jahren konsequent die Linie einer vorsichtigen Haushaltsplanung und -umsetzung verfolgen, ist unsere Handlungsfähigkeit trotz Corona-Folgen gewährleistet“, versichert Generalvikar Dr. Clemens Stroppel.

Dank an Kirchensteuerzahler

„Wir sind insgesamt also gut aufgestellt“, meint Krahl. „Unser Dank gilt an dieser Stelle vor allem den Kirchensteuerzahlerinnen und Kirchensteuerzahlern. Wir versichern Ihnen, dass wir mit unserer Finanzpolitik Ihrem Vertrauen gerecht werden.“ Durch Kirchensteuermittel kann die Diözese die Arbeit und Unterstützung in vielen wichtigen Bereichen ermöglichen. „Über 46.600 Kinder werden derzeit in der Diözese Rottenburg-Stuttgart von knapp 8.700 Mitarbeitenden in Katholischen Kindergärten betreut“, zeigt Krauß beispielhaft auf. „Und rund 233.000 Schülerinnen und Schüler nehmen in der Diözese am Religionsunterricht teil.“

Corona digitalisiert Sitzung

Bedingt durch COVID-19 konnte der Rat in diesen Tagen keine Präsenzveranstaltung durchführen. Somit fand die Haushaltssitzung des Diözesanrats Rottenburg-Stuttgart in diesem Jahr, als erste Sitzung in der 50-jährigen Geschichte des Gremiums, digital statt. „Wir sind froh und dankbar, dass sich die Räte und Rätinnen ihrer Aufgabe als Kirchensteuervertretung bewusst sind und engagiert und verantwortungsvoll bei der Sache waren“, betont Diözesanratssprecher Dr. Johannes Warmbrunn. „Die erste digitale Konferenz hat gut geklappt – dank hervorragender Technik und vor allem eines super vorbereiteten Gremiums.“