Durch Musik Muster sinnvollen Lebens kennen lernen

Die Liturgie gehöre neben der Verkündigung und dem diakonischen Handeln zu den zentralen Kennzeichen der Kirche und des christlichen Lebens. Die Kirchenmusik als wichtiges Element der kirchlichen Feier sei also nichts Beiläufiges, sondern gehöre wesentlich dazu, wenn Christen ihren Glauben feiern. Dieser Zusammenhang sei der „wesentliche Ort für eine Domsingschule“, betonte der Bischof und fügte hinzu, es sei bei der Einweihung „wesentlicher Grund der Freude“, dass der Beitrag der Musik zum kirchlichen Leben in Stuttgart künftig „noch besser und versierter“ möglich sei.

Über den Kirchenraum hinaus, so Bischof Fürst, sei die Kirchenmusik mit ihren vielen namhaften und auch kleineren musikalischen Ereignissen ein wichtiger Beitrag zur Kultur einer Gesellschaft, und die neue Domsingschule leiste „einen großen Beitrag zur Kultur in dieser Stadt“. Nicht zuletzt gehe es in ihr auch „um die Erziehung, Bildung und kulturell-menschliche Schulung junger Menschen“, die „durch Musik und Gesang Muster sinnvollen Lebens“ kennen lernten.

Auch für den Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster bedeutet die Domsingschule „für die Musik- und Chorstadt Stuttgart eine große Bereicherung“. Síe vervollständige das musikalische Bildungsangebot der Landeshauptstadt“, betonte er beim Festakt zur Einweihung. Gemeinsam mit der städtischen Musikschule und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, die in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feiern, stehe die Domsingschule für den hohen Stellenwert, den die musikalische Bildung in Stuttgart einnehme, sagte Schuster. Mit 300.000 Euro unterstütze die Stadt Stuttgart „dieses neue Zentrum musikalischer Jugendarbeit“. Die Domsingschule biete in Zusammenarbeit mit den benachbarten Schulen Freizeitmöglichkeiten und Hausaufgabenbetreuung an und vernetze Musizieren und Singen mit dem Alltag der Schüler. Der direkte Kontakt der verschiedenen Schülergruppen bedeute für alle eine kulturelle Bereicherung und einen wichtigen Beitrag zur Integration der jungen Menschen in die Stadtgesellschaft. Dies sei in einer Stadt besonders wichtig, in der Menschen aus 170 Nationen miteinander leben. „Als Kontrapunkt in einer Zeit zunehmender Individualisierung“ könne durch dieses Konzept „ein gemeinschaftlich orientiertes Denken“ entstehen, sagte das Stadtoberhaupt. Denn „damit die Töne harmonisch klingen, damit aus dem Gesang des Einzelnen ein gemeinsames Kunstwerk entsteht, muss jeder Beteiligte sich am anderen orientieren.“