Durch Wüstenabschnitte zur Fülle des Lebens

Die heutigen Wüsten des abgestorbenen Lebens sind nach den Worten des Bischofs dort, wo Menschen ausgenutzt und weggeworfen werden, ihre Ängste mit Rauschmitteln betäuben oder ihr Leben in Niederlagen und Enttäuschungen als sinnlos erfahren. In christlicher Perspektive gebe es aber keine ausweglosen Situationen, weil Gott jeden Menschen "trägt und liebt". In der Feier der Eucharistie werde Gottes sich hingebende Liebe, die das Verlorene sucht und rettet, leibhaftig und ganz erfahren, erklärte Fürst. "Gott ist keine Droge, der mich in andere Welten entführt, sondern er gibt Kraft zum aufrecht leben".

In der Eucharistie wird dem Bischof zufolge der "Lebenshunger und Lebensdurst des Menschen gestillt". Die Begegnung mit Christus im Wort der Heiligen Schrift und unter den Gestalten von Brot und Wein schenke Anteil an der Hingabe Christi. "So können und sollen wir uns von seiner Gesinnung durchdringen lassen, können wir seine Liebe und Hingabe in unserem Leben verwirklichen." Die Übernahme der Lebensart Jesu bedeute eine "Verwandlung in ein Leben für andere", betonte Fürst. Sie führe zur "Fülle des Lebens", die Gott allen Menschen schenken wolle.

Bischof Fürst erinnerte in seiner Katechese daran, dass in der Eucharistiefeier das Vermächtnis Jesu erfüllt werde. Den Auftrag zu dieser Feier könne sich niemand selbst geben, sondern er müsse dafür durch die Kirche sakramental beauftragt werde. Im Priester werde Jesus Christus selbst in seinem Tun repräsentiert. Dabei gehöre es zum Christsein, sich jeden Sonntag als dem "Tag der Auferstehung" auf das eucharistische Wandlungsgeschehen neu einzulassen. Dies setze eine entsprechende Vorbereitung des eigenen Herzens als der innersten Personenmitte voraus, unterstrich Fürst. Jeder, der die Kommunion empfange, müsse "wissen, was hier geschieht", und dürfe sich nicht "einfach etwas abholen, weil halt alle laufen".

Die rund 500 Jugendlichen in der barocken Jesuitenkirche in Bad Münstereifel kamen überwiegend aus dem süddeutschen Raum, insbesondere aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Durch eine meditative Dia-Show und durch Gesänge hatten sie sich auf die Katechese eingestimmt. Anschließend feierte Bischof Fürst mit den Teilnehmern die Eucharistie.