Ein Amt, das zum inneren Wesen der Kirche gehört

Diese Berufung, so betonte der Bischof bei einer Abschiedsfeier für Klaus Krämer am Dienstagabend im Rottenburger Bischofshaus, sei zugleich „eine außerordentliche Würdigung und Anerkennung der Talente, Begabungen und Fähigkeiten“, die Krämer seit Jahren sowohl im Dienst der Diözese als auch in der weltkirchlichen Arbeit eingebracht habe. Bischof Fürst erinnerte daran, dass neben der Gestaltung und Pflege weltweiter Verbindungen auch die Sorge für die Berufung und Ausbildung pastoraler Berufe in der Diözese zu seinen Aufgaben gehört habe. „Berufung und Sendung, Botschaft und Mission, Ortskirche und Weltkirche sind von Dir in großer Verantwortung, mit Umsicht und kluger Souveränität wahrgenommen worden“, würdigte Bischof Fürst den scheidenden Prälaten, der seit 2004 auch Leiter der Hauptabteilung „Ausbildung der pastoralen Berufe“ und Bischofsvikar war. Mitfreude und Trauer bewegten ihn bei diesem Abschied, betonte der Bischof, aber auch Stolz, denn Krämer werde in seine künftige deutschland- und weltweite Tätigkeit einbringen, „was in der Diözese Rottenburg-Stuttgart vor allem seit Bischof Leiprecht, Bischof Moser, aber natürlich auch durch Kardinal Kasper gut, bewährt und selbstverständlich ist“. Schon bisher habe Krämer das Gesicht der Diözese Rottenburg-Stuttgart in über 100 Ländern auf allen Kontinenten in einer Weise profiliert und konturiert, „die sich im besten Sinn des Wortes sehen lassen konnte“, sagte Bischof Fürst. Das Zweite Vatikanische Konzil hat nach den Worten des Bischofs die Kirche „als ihrem Wesen nach missionarisch bezeichnet“. Daher stoße Prälat Klaus Krämer mit seinem neuen Amt als missio-Präsident „in einen Bereich vor, der – ganz im konziliaren Geist, ökumenisch und weltoffen zugleich – wesentlich für unsere Kirche ist“.

Prälat Krämer erinnerte bei seinem Abschied an drei Hauptaufgaben, die er in seiner Verantwortung für die Ausbildung der pastoralen Berufe zu bearbeiten hatte. Dies sei die Studienreform der letzten Jahre gewesen, also die Übertragung der neu zu gestaltenden Bachelor- und Masterstudiengänge auf die katholische Theologie, außerdem die Neuordnung der zweiten Phase in der Ausbildung der Priester sowie der Pastoralreferentinnen und –referenten. Von herausragender und einmaliger Bedeutung sei der gemeinsame Besuch mit der Tübinger Katholisch-Theologischen Fakultät bei Papst Benedikt XVI. im Frühjahr 2007 gewesen. Ein ermutigendes Erlebnis, so Krämer, sei die Dynamik, die 2007 durch das „Jahr der Berufung“ in der Diözese Rottenburg-Stuttgart entstanden sei. In der weltkirchlichen Arbeit seien die Partnerschaftstage anlässlich des Diözesanjubiläums im Jahr 2003 mit rund 10.000 Teilnehmern aus aller Welt ein herausragendes Ereignis gewesen. Nach außen weniger spektakulär, aber für die Facharbeit und die Pastoral nicht weniger wichtig sei zum einen die während seiner Amtszeit erfolgte Neustrukturierung der Projektarbeit, zum andern der Grundsatzbeschluss des Diözesanrats „Weltkirchliche Arbeit in der Diözese Rottenburg-Stuttgart“ vom Herbst 2007. In dem zentralen Anliegen einer „missionarischen Kirche“, so antwortete Prälat Krämer seinem Vorredner Bischof Fürst, sei er seiner Heimatdiözese Rottenburg-Stuttgart auch in Zukunft besonders eng verbunden. Im Rückblick auf fast zehn Jahre in der Leitung der Diözese betrachte er die vielfältigen Erfahrungen dieser Tätigkeit als ein wertvolles Kapital, für das er dankbar sei und das sich für die neuen Aufgaben als sehr fruchtbar erweisen werde, sagte der scheidende Domkapitular.

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Klaus Krämer, 1964 in Stuttgart geboren, 1993 zum Priester geweiht und im Jahr 2000 in Freiburg zum Dr. theol. promoviert, wurde 1999 vom damaligen Bischof von Rottenburg-Stuttgart und heutigen Kardinal Walter Kasper als Domkapitular und Leiter der Hauptabteilung Weltkirche in die Diözesanleitung nach Rottenburg berufen. Im Jahr 2004 ernannte Bischof Gebhard Fürst den inzwischen von Papst Johannes Paul II. zum Monsignore ernannten Krämer zusätzlich zum Leiter der Hauptabteilung „Ausbildung der pastoralen Berufe“ und verlieh ihm den Titel Bischofsvikar. Seit 2005 Päpstlicher Ehrenprälat, arbeitet Klaus Krämer auf Bundesebene in dem Projekt „Zukunft der weltkirchlichen Arbeit in Deutschland“ mit, ist Berater der Unterkommission für Missionsfragen der Deutschen Bischofskonferenz und Sprecher der Konferenz der Diözesanverantwortlichen für weltkirchliche Aufgaben. Am Freitag, 26. September, wird er in Aachen durch den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, in sein neues Amt als Präsident des Internationalen katholischen Hilfswerks missio eingeführt.