Ein Beispiel menschendienlicher Verantwortung

In einer Feierstunde mit vorausgehendem Gottesdienst überreichte der Freiburger Regierungspräsident Julian Würtenberger in Schnees Heimatort Denkingen (Kr. Tuttlingen) die Auszeichnung.

Bischof Gebhard Fürst hob in einem persönlichen Glückwunschschreiben das hohe kirchliche Engagement des vierfachen Familienvaters hervor. Mitglied im Denkinger Kirchengemeinderat seit 1976 und seit 1986 dessen zweiter Vorsitzender und ebenso Mitglied des Dekanatsrats, sei Schnee 1980 in den 3. Diözesanrat der Diözese Rottenburg-Stuttgart gewählt worden – mit 25 Jahren damals als jüngstes Mitglied des Gremiums. Als Synodale habe er bei der Diözesansynode 1985/1986 unter Bischof Georg Moser mitgearbeitet. Seit 1986 sei Schnee Mitglied des Geschäftsführenden Ausschusses des Diözesanrats und habe durch seine Mitarbeit in zahlreichen Ausschüssen über viele Jahre hinweg die Prägung und Geschichte der Diözese mitgestaltet. Als besonders nachhaltig gelte Schnees Mitarbeit im Sachausschuss „Ehe und Familie“, so Bischof Fürst.

Bischof Fürst betonte in seinem Dank an Schnee, dieser sei durch seine Erfahrung, seine Bodenständigkeit, seinen hohen Respekt vor den Menschen, seine stets ausgleichende und ruhige Art sowie durch seine tiefe Gläubigkeit ein überzeugender Vertreter der Diözese. Mit einem ihm eigenen leisen und ansprechenden Humor verstehe Schnee es, Menschen für sich und seine Argumente zu gewinnen, betonte der Bischof. „Ich habe Sie in allem immer als einen klugen, abwägenden, an der Sache und an den Menschen orientierten Christen erlebt“, schrieb Bischof Fürst in seinem Glückwunschschreiben.

Regierungspräsident Julian Würtenberger würdigte in seiner Laudatio u. a. das langjährige parteipolitische Engagement Schnees in der CDU auf örtlicher und regionaler Ebene sowie dessen aktive Mitverantwortung am gesellschaftlichen Leben durch seine Tätigkeit als Jugendschöffe und als ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Freiburg. Der Regierungspräsident hob auch die berufliche Leistung Schnees hervor, der seinen Beruf als Holzdrechsler im vom Vater übernommenen, 75 Jahre alten Betrieb mit Überzeugung und Liebe ausübe. Seine handwerklich gefertigte Instrumente könnten durch höchste Qualität neben der modernen Apparatemedizin bestehen und erhielten weltweite Wertschätzung, so Würtenberger. Beispielhaft für Land und Region stelle Schnees Betrieb zusammen mit anderen kleinen und mittleren Firmen eine tragende Säule der Wirtschaft dar. Der Geehrte sei nicht nur selbst vielseitig ehrenamtlich engagiert. Er motivierte und gewinne auch Mitbürgerinnen und Mitbürger für ehrenamtliche Tätigkeiten und sorge dafür, dass deren Engagement auch gewürdigt werde, sagte Würtenberger.

Er freue sich, dass „der Glanz des Verdienstordens der Bundesrepublik auf Herrn Schnee und damit auch den Heuberg“ falle, betonte Generalvikar Clemens Stroppel, selbst aus Tuttlingen stammend, in einem Grußwort anlässlich der Verleihung. Schnee bringe sich mit seiner ganzen Verantwortungsbereitschaft für Kirche und Welt ein und besitze ein feines und treues Gespürt gerade für die Menschen, die auch in der Kirche manchmal vergessen würden, so Stroppel. Dazu zählten auch Familien, Kinder und Jugendliche und nicht zuletzt die ungezählten Ehrenamtlichen. Schnee werde auch als „homo politicus“ geehrt. Mit ihm werde eine Form des politischen Engagements in ein sinnstiftendes Licht gestellt, das nicht eigennützig und interessenverpflichtet sei, sondern beharrlich aus einer menschendienlichen Verantwortung komme, betonte der Generalvikar.

Dr. Thomas Broch