Ein Beitrag zur Integration muslimischer Mitbürger

Im Internetauftritt von SWR Contra sollen nach Angaben des Senders ab Ende April auf einer Religionsseite auch Beiträge von Vertretern des Islam zur Verfügung gestellt werden, und zwar als so genannte Audio-Files unter der Rubrik „Religiöse Sendungen“. In dem vierköpfigen Autorenteam werden auch zwei Frauen vertreten sein.

Es sei wichtig, so Bischof Fürst, denjenigen Vertretern des Islam eine Tür des Dialogs zu öffnen, die ihrerseits das Gespräch suchten und denen an einem guten Zusammenleben gelegen sei. Sie zu stärken bedeute einen Beitrag zum gesellschaftlichen Frieden.

Verständnis äußert der Rottenburger Bischof dafür, dass Muslime ihre Religion nicht nur von nicht-muslimischen Autoren dargestellt wissen, sondern sie in eigener Autorenschaft vertreten wollen. Wenn dies durch verantwortungsbewusste Autorinnen und Autoren geschehe, so Bischof Fürst, biete es auch für an religiösen Fragen interessierte Hörerinnen und Hörer, die nicht dem Islam angehören, fundierte Informationen. Integration bedeute gegenseitiges Bemühen um Kennenlernen und Verstehen, und daher sei es notwendig, „Informationen an die Stelle von Halbwissen und Vorurteilen“ zu setzen, betont der Bischof. Das Vorgehen des SWR führe dazu, dass die Inhalte der Sendungen „einem öffentlichen Diskurs und einer differenzierten Meinungsbildung ausgesetzt“ seien. Dies wirkt nach der Einschätzung von Bischof Fürst Versuchen extremistischer Agitation, die in manchen Äußerungen in der aktuellen Diskussion befürchtet werden, besser entgegen, als wenn Vertretern des Islam der Zugang zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk verwehrt würde.

Bischof Gebhard Fürst betrachtet das Angebot des SWR an die Muslime als eine Konsequenz der Religionsfreiheit. Er verbindet dies zugleich mit dem Wunsch der Gegenseitigkeit. Wenn er diese Form des Dialogs unterstütze, verstehe er dies auch als einen Appell an die Partner auf muslimischer Seite, sich ihrerseits für die Religionsfreiheit der Christen in den Herkunftsländern des Islam einzusetzen, betont der Bischof.