Ein Hauch von Gottes Geist im Kirchenraum

Weihbischof Johannes Kreidler sprach sich dagegen aus, die Grundfunktionen der Kirche und die kulturelle Diakonie, „wie sie sich in Kirchenräumen zeigt“, gegeneinander auszuspielen. Kunst, Architektur, aber auch die Liturgie brauchten Qualitätssicherung. Es gehe um die Sicherung des Hauches von Gottes Geist, so Kreidler.

"Die musisch-ästhetische Dimension ist für alle Felder des kirchlichen Handelns grundlegend“, sagte Kreidler. Einerseits müsse das Geheimnis Gottes authentisch und anschaulich zu vergegenwärtigt werden. Andererseits sei es die Aufgabe der Kirche und der Kunst im Kirchenraum, näher bei den Menschen zu sein und sich dadurch neu in die Gegenwartskultur zu integrieren.

Kirche könne weder auf die tätige Nächstenliebe, die Diakonie, noch auf die Vielfalt und Ausdrucksgestalt der Sprachmöglichkeiten der Kunst verzichten, sagte der Weihbischof. „Wenn es der Kunst eigen ist, Unsichtbares sichtbar zu machen, dann kann Kunst Zeichen setzen, für die Präsenz des Unsichtbaren Gottes.“

Die Reichenauer Künstlertage, die vom 8. bis 10 Oktober am Bodensee stattfinden, sind eine gemeinsame Veranstaltung der Gemeinschaft Christlicher Künstler Freiburg und des Kunstvereins Rottenburg-Stuttgart. In diesem Jahr stehen sie unter dem Leitwort: „Harmonieverlust - Ungleichzeitigkeit in Gestaltung und Andacht“.