Ein Hirte mit Blick für Menschen in schwierigen Lebenssituationen

In einem Kondolenzschreiben an den Diözesanadministrator des Erzbistums Berlin, Weihbischof Matthias Heinrich, erinnerte Bischof Fürst daran, dass Kardinal Sterzinsky die historische Aufgabe zugewachsen sei, nach dem Fall der Mauer das seit Jahrzehnten geteilte Bistum mit seinen unterschiedlichen Entwicklungen wieder zu einer gemeinsamen Ortskirche zusammen zu führen. Unter Sterzinskys Verantwortung habe sich die Katholische Akademie in Berlin zu einem profilierten Ort des qualifizierten Dialogs der Kirche mit den Menschen der säkular geprägten Hauptstadt entwickelt. Stets sei der Kardinal aber auch Seelsorger gewesen und habe diejenigen Menschen nicht vergessen, die an die Ränder der boomenden Großstadtgesellschaft gedrängt worden seien. „Asylsuchende, Menschen in Armut, Wohnungslose und andere Menschen in problematischen Lebenssituationen hatten in seinem Verständnis einer glaubwürdigen Kirche und einer humanen Gesellschaft einen zentralen Platz“, betonte Bischof Fürst. In der persönlichen Begegnung sei Kardinal Sterzinsky ein sensibler Mensch gewesen, mit dem er in vielen gemeinsamen Anliegen verbunden gewesen sei.

Dr. Thomas Broch