Ein Ort moderner Großstadtseelsorge

Eine Feier mit Bischof Gebhard Fürst am 4. November um 18.30 Uhr auf dem Stuttgarter Rupert-Mayer-Platz und in der Kirche St. Maria würdigt den gebürtigen Stuttgarter Mayer als modernen Großstadtseelsorger und lässt die heutigen Nutzer des Platzes zu Wort kommen.

Wohnsitzlose, spielende Kinder, Menschen in Not auf dem Weg zum Krisen- und Notfalldienst der Evangelischen Gesellschaft und Kirchgänger teilen sich den Rupert-Mayer-Platz in Stuttgart. Sie stehen im Mittelpunkt einer Feier zum Gedenktag Pater Rupert Mayers, zu der die Kirchengemeinde St. Maria am Sonntagabend einlädt. In dem von Papst Benedikt XVI. ausgerufenen Jahr des Glaubens steht der Jesuit zusammen mit anderen wichtigen Glaubenszeugen der Diözese im Fokus. Daran wird Bischof Gebhard Fürst im abendlichen Vespergottesdienst erinnern, der nach der Feier auf dem Platz in St. Maria stattfindet.

1899 war Rupert Mayer in Rottenburg zum Priester geweiht worden und nach einem Vikarsjahr in Spaichingen in den Jesuitenorden eingetreten. 1912 erhielt er den Auftrag, in München die Großstadtseelsorge für die katholischen Zuwanderer zu übernehmen. Seine Nächstenliebe und seine modernen Ansätze der Seelsorge – 1925 führte er Sonntagsgottesdienste am Münchner Hauptbahnhof ein – brachten ihm den Ruf als „Caritasapostel“ und „15. Nothelfer Münchens“ ein (in Anlehnung an die 14 Nothelfer, die die katholische Kirche verehrt). Als Namensgeber des Platzes in Stuttgart mahnt und erinnert Pater Rupert Mayer an den Auftrag der Kirche, sich „der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten“ anzunehmen, wie es das Zweite Vatikanische Konzil formuliert, und sich unbeugsam für soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde einzusetzen.

Cäcilia Branz