Ein Rottenburger aus Eritrea

Dieser berufliche Werdegang war dem stets freundlichen und sehr kollegialen Agostino nicht in die Wiege gelegt gewesen. Geboren wurde er am 14. Juni 1960 in Asmara in der äthiopischen Provinz Eritrea. 1982 musste er aus seiner Heimat fliehen, weil er sich im Freiheitskampf der Eriteer gegen die kommunistische Zentralregierung in Adis Abeba engagiert hatte. Anfang 1984 wurde er als Asylbewerber anerkannt. Am 12. Juni 1985 stellte ihn das Bischöfliche Ordinariat als Gärtner ein und übertrug ihm die Verantwortung für die Pflege der Außenanlagen der Dienstgebäude. Den privaten Wohnsitz verlegte er von Tübingen, wo er gemeinsam mit seiner Frau und seinen beiden Kindern zunächst gewohnt hatte, nunmehr nach Rottenburg. Aus der anfänglich befristeten wurde rasch eine unbefristete Anstellung; im August 1994 wurde Micael Agostino außerdem zum Sicherheitsbeauftragten bestellt, der die Dienstleitung in ihren Maßnahmen des Arbeitsschutzes in den Dienstgebäuden und Außenanlagen des Bischöflichen Ordinariats unterstützt. Nach zehn Jahren ununterbrochener Tätigkeit bei der Diözese erhielt er schließlich im Juli 1995 auch vom deutschen Staat eine unbefristete Arbeitserlaubnis.

Micael Agostino ist heute ein Rottenburger, bestens integriert und im „BO“ als Kollege hoch geschätzt. Heimweh nach Eritrea habe er trotzdem manchmal, sagt er. Er kann sich sogar vorstellen, nach seinem Berufsleben wieder dorthin zurückzukehren. Derzeit freilich würden es die politischen Verhältnisse dort auf keinen Fall erlauben. Aber es liegt ja auch noch eine Reihe von Berufsjahren vor ihm, in denen die Diözese nur sehr ungern auf ihn verzichten würde.