Weihe

Ein unverzichtbarer Dienst

Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Thomas Warnick

Sie werden in Zwiefalten zu Ständigen Diakonen geweiht (von links): Markus Röhrenbach, Johannes Kurschatke, Andreas Groll, Dennis Mangold und Toni Babic. Bild: Thomas Warnack/DRS

Im Münster Zwiefalten werden am 22. Mai fünf Ständige Diakone geweiht. Wir übertragen den Gottesdienst live auf unserer Internetseite.

Bei einem Gottesdienst mit Weihbischof Dr. Gerhard Schneider werden am Samstag, 22. Mai, im Münster „Unserer Lieben Frau“ in Zwiefalten fünf Männer zu Ständigen Diakonen geweiht. Wegen der coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln ist eine Teilnahme am Gottesdienst nicht möglich.

Nach einer sieben- bis achtjährigen Vorbereitungs-, Studien- und Ausbildungszeit erhalten die folgenden Männer die Weihe zum Ständigen Diakon:

Johannes Kurschatke (59) wurde in Bad Mergentheim geboren. Er ist verheiratet und lebt mit seiner Frau in Wüstenrot bei Heilbronn. Zur Familie gehören vier gemeinsame Kinder im Alter zwischen 17 und 26 Jahren. Er ist begeisterter Radfahrer und Wanderer. Von Beruf ist Kurschatke Diplomverwaltungswirt (FH) und seit 33 Jahren in der kirchlichen Verwaltung der Diözese Rottenburg-Stuttgart tätig, davon 27 Jahre als Gesamtkirchenpfleger in Backnang. Seit 2015 arbeitet er im Verwaltungszentrum Waiblingen, Dekanat Rems-Murr. In seiner Kirchengemeinde St. Johann Baptist Affaltrach war er viele Jahre als Lektor, Kommunionhelfer und Leiter von Wort-Gottes-Feiern, auch in Seniorenheimen, tätig. Daneben wirkte er als sangesfreudiges Gemeindemitglied in der Schola und als Kantor mit. Nach seiner Weihe wird er als Diakon in der Kirchengemeinde St. Joseph Öhringen und in der Kirchengemeinde Christus König Neuenstein tätig sein.

Dennis Mangold (44) wurde in Tübingen geboren, verbrachte seine Kindheit in der Schweiz und seine Jugend in Reutlingen. Dort machte er Abitur, ehe er Rettungssanitäter wurde und anschließend eine Ausbildung zum Kinderkrankenpfleger machte. In Tübingen und Irland studierte er Theologie. Nach verschiedenen beruflichen Stationen ist er heute Berufsschullehrer. Als solcher war er bisher in Backnang (Rems-Murr-Kreis) tätig und lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kleinkindern seit kurzem in Aulendorf im Landkreis Ravensburg. Nach seiner Weihe wird er als Diakon im Zivilberuf in der Seelsorgeeinheit St. Johannes Baptist Bad Saulgau tätig sein.

Toni Babić (36) wurde in Nagold geboren und ist in Haiterbach aufgewachsen. Dort lebt er auch noch heute mit seiner Frau und den zwei gemeinsamen Kindern. In seiner Freizeit spielt er gerne Lobpreislieder auf seiner Gitarre. Beruflich ist er bei einem schwäbischen Familienunternehmen als Schichtleiter angestellt. Großgeworden ist er in der kroatischen Katholischen Gemeinde „Hl. Leopold Mandić“ in Nagold. Seit 2012 hat er in der Kirchengemeinde St. Petrus und Paulus in Nagold diverse ehrenamtliche Aufgaben ausgeübt. Nach seiner Weihe wird er als Diakon in der Seelsorgeeinheit Waldachtal/Pfalzgrafenweiler tätig sein. 

Andreas Groll (51), geboren in Binghamton/USA, ist aufgewachsen in einer Großfamilie in Gechingen im Schlehengäu bei schwäbisch-französischen Eltern, mit einem kambodschanischen Flüchtlingskind und fünf leiblichen Geschwistern. Der gelernte Bauer und Ingenieur lebt mit seiner Frau in Stuttgart-Möhringen. Er arbeitet in einem Unternehmen in der Erneuerbaren-Energien-Branche und leitet die firmeneigene Akademie für Aus- und Fortbildung. Die Töchter sind schon vor Jahren in die Welt gezogen. Die eine Tochter arbeitet als Tänzerin und Artistin, die andere Tochter studiert Betriebswirtschaftslehre. Seiner Heimatgemeinde St. Hedwig & Ulrich ist Andreas Groll als Kommunalpolitiker, Katechet, Kantor, Kurat der Pfadfinder, Schlagzeuger sowie Barista im Café St. Hedwig vertraut. Seine Frau ist für den Blumenschmuck und das Taizé-Gebet in der Kirchengemeinde verantwortlich. Nach seiner Weihe wird er als Diakon in der Gesamtkirchengemeinde St. Hedwig & St. Ulrich in Stuttgart sowie in der Notfallseelsorge im Stadtdekanat Stuttgart tätig sein.

Markus Röhrenbach (57) wurde in Immenstaad am Bodensee geboren. Er ist verheiratet und lebt mit seiner Frau in Neustetten-Remmingsheim im Kreis Tübingen. Von den sechs gemeinsamen Kindern lebt nur noch der Nachzügler daheim. Im Haus lebt auch die Familie der Tochter sowie der Vater, so dass vier Generationen und Familienmitglieder im Alter von einem bis 90 Jahren unter einem Dach versammelt sind. Seit 1993 ist Röhrenbach Inhaber der Apotheke in seinem Wohnort. Die freie Zeit ist von Familie und Kirche sowie auch von Bergwandern, Klavier spielen, singen und spielen erfüllt. Nach seiner Weihe wird er als Diakon in der Seelsorgeeinheit Oberes Gäu, Ergenzingen und Baisingen tätig sein.

Der Gottesdienst wird ab 10 Uhr live im Internet auf www.drs.de übertragen.

Das Amt des Ständigen Diakons

Über Jahrhunderte war in der römisch-katholischen Kirche die Diakonenweihe nur die  Vorstufe zur Priesterweihe. Beim Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965) wurde das Amt des Ständigen Diakons jedoch wieder eingeführt, erläutert Erik Thouet, Bischöflicher Beauftragter für die Ausbildung zum Ständigen Diakonat in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Der Diakonat besteht somit als eigenständige Stufe der Hierarchie neben dem Bischof und den Priestern.

Laut Thouet ist der aufrichtige Dienst am Anderen gewissermaßen Schlüsselqualifikation für das Amt. „Diakone gehen mit den Menschen durch den Staub der Bedrängnis, sie sind Repräsentanten einer dienenden Kirche“, sagt er. Ständige Diakone sind meist verheiratet und haben sich im Beruf, im Leben und im Glauben bewährt. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind sie in der Regel ehrenamtlich tätig.

Thouet bezeichnet ihren Auftrag als „unverzichtbar für eine Kirche der Zukunft“.

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