Ein Zeichen für die Bedeutung der Theologie für die Kirche

Dies betonte Papst Benedikt XVI. gegenüber den Professoren der Tübinger Katholisch-Theologischen Fakultät, deren Mitglied er als der Dogmatikprofessor Joseph Ratzinger von 1966 bis 1969 selbst war. Auf Initiative des Rottenburger Bischofs Gebhard Fürst hat der Papst 15 Theologen der Tübinger Universität am Mittwoch im Anschluss an die Generalaudienz zu einer etwa 20 Minuten dauernden Sonderaudienz empfangen. Mit der Audienz wolle er deutlich machen, wie bedeutend die Theologie, das Nachdenken über den Glauben, für die Kirche sei, sagte der Papst während der Begegnung, die in der Geschichte der Tübinger Theologen-Fakultät bislang einmalig ist und der Vertiefung des Dialogs zwischen dem Papst und den Professoren dienen soll. Papst Benedikt XVI. wies darauf hin, wie wichtig für die Theologie der wissenschaftliche Austausch mit anderen Fakultäten sei. Wo dieses Gespräch stattfinde, sei die Theologie stark und habe einen hohen Stellenwert.

Im Umfeld dieses Treffens absolvierte die 17-köpfige Delegation aus Schwaben ein dichtes Programm. Unmittelbar nach ihrer Ankunft am Dienstag ließen sie sich zwei Stunden durch die frühchristliche Katakombe „Santi Marcellino e Pietro“ führen. Am Dienstagabend galt ihr Besuch noch der Kirche San Bartolomeo, wo Bischof Fürst im Vorjahr Erinnerungsstücke des 1945 von den Nationalisten ermordeten Staatspräsidenten Eugen Bolz und des ebenfalls von ihnen verfolgten Bischofs Joannes Baptista Sproll niedergelegt hatte. Am Mittwochmorgen feierten sie am Petrusgrab unter dem Petersdom eine Messe. „Ein Bild für überragende Höhe, für unerschütterliche Festigkeit“ sei Petrus, der Fels, sagte Bischof Gebhard Fürst am Grab des Urapostels. Er sei das Bild „für einen Ort, wo man Zuflucht findet“. Für einen Menschen bedeute dies: „Er ist Orientierung für Andere, er ist treu und verlässlich Kasper – er gibt den Mitmenschen Geborgenheit.“ Ein Mensch, der sich wie Petrus zu Christus bekenne, sei ein Mensch, auf dem die Gemeinde, die Kirche aufgebaut werde, sagte der Bischof.

Der weitere Tagesverlauf nach der Papstaudienz blieb ebenfalls der Fakultäts- und Bistumstradition treu: Die Tübinger Professoren trafen sich mit dem Präsidenten des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen, Kurienkardinal Walter Kasper – als Tübinger Dogmatikprofessor von 1970 bis 1989 Nachfolger von Joseph Ratzinger, als Rottenburger Bischof von 1989 bis 1999 Vorgänger von Bischof Gebhard Fürst.