„Eine beeindruckende und notwendige Dokumentation“

Wie den prominenten Besucher aus München, so hat die durch das Diözesanarchiv Rottenburg ausgerichtete Ausstellung über die nationalsozialistischen Ausschreitungen gegen den 7. Bischof der Diözese Rottenburg im Sommer des Jahres 1938 zahlreiche Besucher angezogen, von denen viele über das geschichtliche Interesse hinaus auch ihre persönliche Verbundenheit mit Bischof Sproll bekundet haben. Viele Zeitzeugen der 70 Jahre zurückliegenden Ereignisse leben noch und haben sich anlässlich eines Ausstellungsbesuchs, in Briefen oder in Leserzuschriften an das Katholische Sonntagsblatt zu Wort gemeldet.

Nach Auskunft des Diözesanarchivs haben allein bei den beiden Sonntagsöffnungen am 14. September und am 26. Oktober rund 250 Personen die Exponate betrachtet. Die Mitarbeitenden des Archivs führten 27 Führungen durch, davon zehn für Schulklassen, die überwiegend aus Rottenburg kamen. Bei diesen Führungen wurden rund 320 Personen gezählt. Ein kopierter Bericht über die Erstürmung des Palais am 23. Juli 1938, erstellt in einer Auflage von 600 Exemplaren, wurde bis auf das letzte Exemplar verteilt. Da bei weitem nicht alle Besucher ein Exemplar mitgenommen haben, gehen die Veranstalter von einer weit höheren Besucherzahl aus. Für eine Archivausstellung sei dies ein großer Erfolg, der auch das starke Interesse an Bischof Joannes Baptista Sproll zeige, betonte die Leiterin des Diözesanarchivs, Angela Erbacher. Damit die Exponate auch künftig für Interessierte vollständig zugänglich sind, ist eine Dokumentation der Ausstellung in Vorbereitung, die noch in diesem Jahr erscheinen wird.