Eine einladende Gemeinde – lebendige Visitenkarte Gottes

So sei sie eine „lebendige Visitenkarte Gottes“. Dies hat der Rottenburger Weihbischof Johannes Kreidler am Sonntag bei der Feier zum 125-jährigen Bestehen der Kirchengemeinde St. Maria in Heidenheim betont. Die Heidenheimer Kirchengemeinde hat ihr Jubiläum unter das Leitwort „Miteinander im Glauben unterwegs“ gestellt.

Das Wort „Willkommen“, so Kreidler, sei ein „Synonym für kirchliche Gemeinschaft“. Durch die Offenheit für Menschen unterschiedlichster geistiger Orientierung und Lebensgeschichte präge eine christliche Gemeinde das geistige Klima einer Stadt und stehe für eine weltoffene Zukunftspastoral der Kirche. Es gehe für die Kirche heute aber auch um „Visionen, die Mut nach vorne machen“, betonte Kreidler. Ein Jubiläum bedeute nicht nur den Rückblick auf das, was getan oder unterlassen worden sei. „Wir sind auch dafür verantwortlich, welche Träume wir für die Zukunft haben und was wir erhoffen“, sagte der Weihbischof. „Was wird aus einer Welt“, fragte er, „in der niemand mehr beschwört, dass die Völker zusammenkommen und zueinander finden können? Was wird aus einer Welt, in der der Gott der Armen und des Rechts, der die Tränen abwischt, nicht mehr besungen wird und in der seine Geschichten nicht mehr erzählt werden?“ Er frage sich, so Weihbischof Kreidler, wer es sich heute noch zur Aufgabe mache, an die biblischen Hoffnungsbilder zu erinnern und „diese Bilder vom guten Leben und vom großen Frieden zu schützen und durch unsere Zeit hindurch zu retten“. Die Kirche müsse es sein, die prophetisch an dieses Leben für alle erinnere. Das beginne im Kleinen, etwa, wenn in einer Kirchengemeinde das biblische Wort lebendig sei: „Seht, das ist unser Gott, auf ihn hatten wir unsere Hoffnung gesetzt, er wird uns retten.“