„Eine große Friedensbewegung junger Menschen“

Die Gruppen kamen mit ihren Begleitern aus den Dekanaten Heidenheim, Ostalb und Schwäbisch Hall. Der Bischof drückte seine Hochachtung darüber aus, dass die Sternsinger in der Diözese Rottenburg-Stuttgart im Jahr 2008 mit einem Sammlungsergebnis von fast 4,38 Millionen Euro wieder den Spitzenplatz unter den deutschen Bistümern eingenommen haben.

Wie überall in Deutschland werden in diesen Tagen auch an vielen Orten in der Diözese Rottenburg-Stuttgart die Sternsinger. In der Rolle der Heiligen Drei Könige ziehen die Mädchen und Jungen von Haus zu Haus, singen und malen mit gesegneter Kreide die drei Buchstaben C-M-B über die Türen: „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“. Sie sammeln aber auch für ihre Altersgenossen in den Elendsgebieten dieser Welt und machen auf deren bedrückenden Lebensbedingungen aufmerksam. Das Leitwort der Sternsingeraktion 2009 lautet: „Kinder suchen Frieden – buscamos la paz“. Schwerpunktmäßig richtet sie den Blick auf Kolumbien, ein Land mit extremen sozialen Unterschieden. Nach mehr als 40 Jahren Bürgerkrieg gibt es dort kaum eine Familie, in der nicht Tote und erlittene Gewalt zu beklagen wären. Kinder leiden darunter besonders. Immer stärker wächst dort das Verlangen, die Spirale von Gewalt und Gegengewalt zu durchbrechen.

Zu der Friedensbotschaft des Weihnachtsfestes, so Bischof Fürst, stehe das aktuelle Weltgeschehen in einem drastischen Gegensatz. Kolumbien, Afghanistan, der Irak und jüngst auch der Gazastreifen seien bedrückende Beispiele dafür. „Viel zu viele Menschen auf unserer Erde – und besonders Kinder – erleiden Gewalt und Krieg“, sagte Bischof Fürst. Aber auch im persönlichen Umfeld gehe es oft alles andere als friedlich zu. „Lasst nicht locker“, rief er die jungen Menschen auf, „lasst euch auf den Frieden ein!“ In Berichten aus Kolumbien sei immer wieder von den „anderen“ die Rede, von denen unberechenbare Gewalt ausgehe. Aber diese Berichte zeigten auch, dass immer wieder vom persönlichen Leben Einzelner Friede ausgehen könne. Mit Verweis auf die so genannten „Seligpreisungen“ der Bergpredigt sagte der Bischof, selig seien „nicht die Selbstgefälligen und Selbstzufriedenen, die keinen Blick haben für die Nöte der anderen“. Nach den Worten Jesu seien vielmehr diejenigen „selig“, die arm seien und ihrer eigenen Grenzen bewusst, die Trauernden, die ihre ganze Hoffnung auf Gott setzten. „Selig sind die Rücksichtsvollen und alle, die sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen. Wer so lebt und handelt, wird erfahren, dass Gott ihn trägt in allem, was er tut – auch wenn er es nicht gleich merkt“, betonte der Bischof.

Die vielen Begriffe in den verschiedensten Sprachen für das Wort „Frieden“ machten deutlich, so Bischof Fürst, dass jeder Mensch eine Vorstellung davon habe, was es bedeute, in Frieden miteinander zu leben. Jeder kenne aber auch Erfahrungen von Unfrieden und Streit. „Den Sternsingern und den Kindern überall auf der Welt traut Gott zu, Friedensbringer zu sein. Lassen wir uns von diesem Zutrauen anstecken, werden wir Friedensbringer“, gab Bischof Fürst den Sternsingern mit auf den Weg.