Eine Rottenburger Initiative trägt Früchte

Auch die Kirche Italiens und Spaniens bereitet jetzt die Verstärkung der Pastoral für ihre Jakobspilger in Santiago vor.

Die Zeit war überreif. Der in den letzten Jahren ständig anschwellende Strom von Pilgern auf dem Jakobsweg rief eine Initiative auf den Plan, die sich aus der Not fehlender muttersprachlicher Seelsorge in Santiago de Compostela begründete. Christen aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart eröffneten im Sommer 2009 das „Pastoralprojekt Santiago“ für deutschsprachige Jakobspilger und fanden mit einem Stab von 15 Freiwilligen sofort begeisterte Zustimmung. Über 80 Dankbriefe von Pilgern aus dem ganzen deutschsprachigen Raum erreichten die Bistumsleitung – alle mit der dringenden Bitte, das Seelsorgeangebot fortzusetzen.

Die Rottenburger Initiative trägt jetzt Früchte und entfaltet sich weiter. Das Katholische Auslandssekretariat der Deutschen Bischofskonferenz gab der Initiative nicht nur seine Zustimmung, sondern übernahm es auch in seine Zuständigkeit und unterstützte das auf sechs Monate erweiterte Projekt im Jahre 2010 mit einem finanziellen Zuschuss.

In der Zeit vom 15. April bis 15. Oktober 2010 werden 22 Laien- und 10 Priestermitarbeiter in Santiago Dienst tun. Die Teams, die jeweils aus zwei Laien und einem Priester bestehen, wechseln im Turnus von zwei bis drei Wochen. Für die täglichen Pilgertreffen stellt die Erzdiözese Santiago wie bereits im vergangenen Jahr das ehemalige Priesterhaus in der Rúa Preguntorio 39 zur Verfügung. Der im letzten Jahr häufig geäußerte Wunsch vieler Pilger nach Beichtgesprächen mit deutschen Priestern kann in diesem Jahr erfüllt werden. Darüber hinaus bieten auch seelsorglich kompetente Laienmitarbeiterinnen und -mitarbeiter Beratung und Begleitung an. Dazu gehört auch ein „Spiritueller Rundgang um die Kathedrale“, der nach Auskunft der Seelsorgeteams von den Pilgern sehr begrüßt wird.

Das Seelsorgeprojekt wird seit einigen Monaten auch durch die Jakobusgesellschaften im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht. Ab 1. April weisen außerdem Plakate in den meisten Herbergen auf den letzten 150 km vor Santiago darauf hin, dass den Jakobspilgern deutscher Sprache in Santiago ein „Ankommen und erwartet werden“ bereitet wird.

Auch die Kirche Italiens hat nun die Notwendigkeit der muttersprachlichen Seelsorge in Santiago erkannt: Im März fand in Santiago ein Vorbereitungsseminar für pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter statt. Ebenso will das Pilgerbüro der Kathedrale von Santiago in Zusammenarbeit mit Mitgliedern des Jesuitenordens und anderen Ordensleuten mehr für die seelsorgliche Betreuung spanischer Pilger tun.

Nähere Informationen:

Bischöfliches Ordinariat, Hauptabteilung IV – Pastorale Konzeption: 07472 169 422, HA-IV@bo.drs.de oder beim Katholischen Auslandssekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, 51113 Bonn. www.dbk.de.

Bildmaterial (auch digital) abrufbar bei: Angela und Wolfgang Schneller, Oberdischingen angela.wolfgang@t-online.de

Dr. Thomas Broch