Einen gekreuzigten Gott kann niemand erfinden

Dies sagte der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Erwin Josef Ender, in seiner Karfreitagspredigt in der Stiftskirche St. Vitus in Ellwangen. Ellwangen gehört zu den Stationen in der Diözese Rottenburg, die der Nuntius auf Einladung von Bischof Gebhard Fürst über die Kar- und Osterfeiertage besucht.

Einen Gott, der Mensch werde und die Menschen freiwillig bis zum äußersten, bis zu einem furchtbaren Sterben an einem Kreuz liebe – ein solcher Gott könne von niemandem ersonnen oder erfunden werden, betonte der Nuntius. Wer Gott sei, könne nur von Gott selbst mitgeteilt werden. Im Sterben habe er „sein Innerstes offenbart“: „Gott will der Bruder der Menschen werden bis in alle Not des Menschseins, bis in die Not des Todes hinein.“ Wenn am Karfreitag nach liturgischem Brauch das seit dem voran gegangenen Sonntag verhüllte Kreuz wieder enthüllt werde, dann bedeute dies, das Kreuz ganz neu, „nicht mehr nur mit den Augen der Gewohnheit“ anzuschauen. Es gehe darum, so der Nuntius, „überrascht und staunend zu erkennen: Was am Kreuz geschah, das geschah für uns.“ Dies deutete er so: „Er ist unseren Tod gestorben, damit unser Tod gesegnet ist und für uns das Tor zum ewigen Heil werden kann.“

Nuntius Erwin Josef Ender besucht von Gründonnerstag bis zum Dienstag nach Ostern die Diözese Rottenburg. Den Abendmahlsgottesdienst am Gründonnerstag hielt er – begleitet durch Weihbischof Johannes Kreidler - nach einer Begrüßung im Rottenburger Bischofshaus im Heilig-Kreuz-Münster in Rottweil. Die Karfreitagsliturgie feierte er gemeinsam mit Weihbischof Thomas Maria Renz in Ellwangen. Am Vormittag des Karfreitag hatte Bischof Gebhard Fürst mit dem Nuntius die Bischofsgruft in der Rottenburger Sülchenkirche besucht und ihm die Diözesan- und Stadtgeschichte Rottenburgs erläutert. Gefolgt war eine Führung im Rottenburger Diözesanmuseum und ein Empfang im Rottenburger Rathaus. Am Karsamstag ist Nuntius Ender zu einem geführten Rundgang durch Ellwangen eingeladen und besucht anschließend die Marienpflege, die Wallfahrtskirche auf dem Schönenberg und die Abtei Neresheim. Abends feiert er gemeinsam mit Bischof Fürst und anderen Mitgliedern des Domkapitels im Rottenburger Dom die Osternachtsliturgie. Den Festgottesdienst am Ostersonntag begeht er gemeinsam mit Weihbischof Johannes Kreidler in der Domkirche St. Eberhard in Stuttgart. Am Montag und Dienstag nach Ostern besichtigt er in Begleitung von Bischof Gebhard Fürst die oberschwäbischen Barockkirchen in Ochsenhausen, Steinhausen und Obermarchtal sie die Wallfahrtskirche auf dem Bussen. Am Dienstagabend nimmt Nuntius Ender am Eröffnungsgottesdienst zur Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in der Basilika in Weingarten teil.