Einladung zum selbstlosen Bruderdienst

Dies hat der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Erwin Josef Ender, in seiner Gründonnerstagspredigt im Heilig-Kreuz-Münster in Rottweil betont. Er verwies auf die Bibeltexte dieses Tags, in deren Zentrum der „Sklavendienst der Fußwaschung“ und das Letzte Abendmahl Jesu stehen. In beidem werde der tiefste Sinn des Lebens und Sterbens Jesu deutlich, nämlich „seine dienende Liebe“, die bis zur Preisgabe der eigenen Existenz ging. „Gott ist ein Gott, der für uns Menschen da ist und für uns sogar in den Tod geht, damit wir das Leben haben“, sagte der Nuntius. Dies erfordere eine persönliche Antwort jedes einzelnen Christen.

Nachdrücklich wies der Nuntius darauf hin, wie notwendig auch künftig der Nachwuchs an einheimischen Seelsorgern sei. Die Anwesenheit von Priestern und Ordensleuten aus anderen Ländern in vielen deutschen Gemeinden sei zwar eine wichtige Hilfe. Sie könne aber nur eine vorübergehende Lösung sein. „Jede Ortskirche braucht dringend Priester aus ihren eigenen Reihen, aus ihren eigenen Familien und Gemeinden“, warb der Nuntius.
Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Erwin Josef Ender, traf im Rahmen eines mehrtägigen Besuchs in der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Begleitung von Weihbischof Johannes Kreidler am Gründonnerstag-Nachmittag in Rottweil ein. Um 17 Uhr wurde er im Rathaus empfangen, anschließend feierte er gemeinsam mit Weihbischof Kreidler, dem Rottweiler Münsterpfarrer Martin Stöffelmaier und anderen Geistlichen aus dem Dekanat Rottweil im Heilig-Kreuz-Münster die Abendmahlsliturgie. Weitere Stationen seiner Reise sind Rottenburg, Ellwangen und Stuttgart. Am Montag und Dienstag nach Ostern besichtigt er in Begleitung von Bischof Gebhard Fürst die oberschwäbischen Barockkirchen in Ochsenhausen, Steinhausen und Obermarchtal sie die Wallfahrtskirche auf dem Bussen. Am Dienstagabend nimmt Nuntius Ender am Eröffnungsgottesdienst zur Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in der Basilika in Weingarten teil.