Einsatz fürs Klima ist Dienst am Menschen

In Stuttgart überreichte er am Donnerstag (Franziskustag 4. Oktober) den mit 8.000 Euro dotierten Hauptpreis an den Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in der Diözese Rottenburg-Stuttgart für die entwicklungspolitische Aktion „Klima FairWandeln“. 1.000 Euro übergab er an das Projekt „Stromsparcheck“ des Caritasverbandes der Diözese; weitere Anerkennungspreise zu jeweils 500 Euro gingen an die Initiative „Nachhaltige Bewusstseinsbildung und Schöpfungsspiritualität“ des Verbands Katholisches Landvolk und an das Projekt „SeelbergWohnen“ des Siedlungswerks Stuttgart.

Der 2007 von Bischof Fürst im Rahmen der im selben Jahr von ihm initiierten Klimainitiative erstmals ausgelobte Franziskuspreis wird alle zwei Jahre vergeben. Er stand 2012 unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Satzungsgemäßes Ziel des Wettbewerbs, zu dem in diesem Jahr 19 Bewerbungen eingingen, ist die Förderung von schöpfungsgerechtem Handeln.

Die Laudatio hielt Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller. Er bescheinigte den Kirchen eine besondere Berufung für die Bewahrung der Schöpfung. Der Minister dankte allen 19 Bewerbern für deren Einsatz. Die BDKJ-Aktion „Klima FairWandeln“ zeichne sich durch ihren pädagogischen Ansatz aus, der „nicht belehrend, sondern witzig, spielerisch und auf eine indirekte Art motivierend und bildend“ sei. Die Aktion gründe auf Erfahrungen junger Menschen, die in südlichen Ländern ein Jahr „Weltkirchlichen Friedensdienst“ absolvierten und diese Aktion auch als Beitrag zur internationalen Klimagerechtigkeit verstünden.

Die Initiative „Stromsparcheck“ verbindet dem Minister zufolge ökologische und soziale Verantwortung. Menschen würden dabei nicht belehrt, wie sie Energie sparen sollen, sondern praktisch und materiell befähigt, selbst ihre Energiebilanz zu verbessern. Die Initiative „Nachhaltige Bewusstseinsbildung und Schöpfungsspiritualität“ ziele effektiv auf den ländlichen Raum, der sich zunehmend einem Erosionsprozess stellen müsse. Er sei besonders von der Energiewende betroffen, könne gleichzeitig aber auch Lösung bieten. Dafür stehe die intensive Auseinandersetzung des Verbands Katholisches Landvolk mit der Zukunft von Bioenergiedörfern.

Das Projekt „SeelbergWohnen“ lobte der Minister für vorbildliche Umsetzung von Integration und Inklusion. Wohneigentum, sozial geförderter Mietwohnungsbau, Kindertagesstätte, Betreutes Wohnen für Senioren wie für Behinderte sowie ein und Altenpflegeheim würden in durchdachter Weise zusammen gebracht. Dabei komme ein auf höchstem Niveau realisiertes Energie- und Versorgungssystem zum Einsatz.

Bischof Fürst dankte den Preisträgern und Bewerbern, der Jury unter dem Vorsitz von Minister Untersteller und dem Schirmherrn, Ministerpräsident Kretschmann. Mit der Klima-Initiative sei die Diözese nicht auf einen „modischen Themenzug aufgesprungen“, betonte der Bischof. Sie sei vielmehr „Ausdruck unseres Glaubens an Jesus Christus und ebenso Ausdruck unseres Wissens um die globale Solidargemeinschaft der Menschen“. Diese Solidarität beziehe sich ausdrücklich auf die gesamte „vielfach bedrohte und geschändete und doch so wunderbare Schöpfung, deren Teil wir sind“. Neben der finanziellen Zuwendung erhielten die Preisträger eine Urkunde in Verbindung mit der Franziskusmedaille, die der im vergangenen Jahr verstorbene Rottweiler Künstler Siegfried Haas gestaltet hatte.

Uwe Renz