Eisernen Vorhang überwunden

Es war Pionierarbeit damals. Als Beispiel dafür nennt Häufele Gruppenleiterkurse für die Jugendarbeit in einem Land, in dem Religionsunterricht an Schulen verboten war. Diese Kurse seien später sogar Teil der Priesterausbildung geworden. Jahrelang sammelten junge Leute beim Jugendkreuzweg Geld für den Aufbau von Jugendarbeit in Osteuropa. So kamen für den Bau einer Jugendbildungsstätte in Posen umgerechnet rund 130.000 Euro zusammen, wie Häufele sagt. „Die Partnerschaft mit der Erzdiözese war damals ein herausragendes Thema in unserer Diözese.“ Sogar eine oberschwäbische Kommune ließ sich von der Polenbegeisterung anstecken: Die Ortschaft Blitzenreute bei Ravensburg besiegelte eine bis heute bestehende und auf dem Ortsschild dokumentierte Partnerschaft mit Posen.

In vielen Dekanaten der Diözese Rottenburg-Stuttgart machten sich Jugendliche zu Besuchen nach Osten auf und erhielten Gegenbesuche. Delegationen aus Posen waren Gäste bei Diözesantagen, Katholikentagen und Wallfahrten im Schwäbischen. Immer stand dabei das Ziel vor Augen, Jugendarbeit in Polen aufzubauen. „Heute sind die Kontakte nicht mehr so intensiv wie damals“, sagt Häufele. Vieles sei selbstverständlich geworden, was damals nach und nach aus kleinen Anfängen entstand.