Erinnerung an das Leben wach halten

Rottenburg/Stuttgart. 10. Februar 2016. Als unerlässlich für die Vermittlung der Botschaft Gottes hat Bischof Gebhard Fürst die Kunst gewürdigt. Dabei habe Sprache eine elementare Funktion, betonte der Bischof am Aschermittwoch in Stuttgart. „Weil Gott sich die menschliche Sprache zu eigen macht, können wir seine Bilder erleben und empfinden.“ In der Literatur und in der Sprache der Bilder und der Musik bleibe Gottes Botschaft lebendig, betonte Bischof Fürst.

Er erinnerte daran, dass das Zweite Vatikanische Konzil den Künsten die Aufgabe zugewiesen habe, die Menschen zu erheben. Künstlerinnen und Künstler würden den Menschen erhellen; damit hätten sie eine prophetische Begabung. Bildende Künstler, Architekten, Musiker und Schriftsteller wenden sich dem Rottenburger Bischof zufolge als „Für-Sprecher“ der Welt und den Menschen in besonderer Weise zu.

Bischof Fürst wies darauf hin, dass die Liturgie des Aschermittwochs voller poetischer Bilder sei, die auf biblisch Texte zurückgehen. Diese Liturgie erinnere mit dem Symbol der Asche an die Endlichkeit der menschlichen Existenz. Gleichzeitig erinnere das Aschekreuz an Jesus Christus, der nach Leiden und Tod zu neuem Leben auferweckt wurde, sagte Bischof Fürst. Literatur, Bilder und Musik hielten diese Botschaft lebendig. Sie besäßen die Gabe, gegen Tod, Hoffnungslosigkeit und Traumatisierungen anzukämpfen und Erinnerung wach zu halten.