Ermutigendes Signal internationaler Zukunftsverantwortung

Dass die Vertreter von 193 der 194 Teilnehmerstaaten den weitreichenden Beschlüssen zugestimmt hätten, zeige, dass engstirnige Nationalinteressen inzwischen weithin gegenüber dem Bewusstsein an Gewicht verlören, dass der Klimaschutz eine weltweite Schicksalsfrage sei, so Bischof Fürst. Auch das Nein Boliviens zu den in Cancún getroffenen Beschlüssen werte er nicht als Akt der Verweigerung, sondern als ernst zu nehmende Mahnung, dass zu einer wirkungsvollen weltweiten Politik der Nachhaltigkeit noch viele Schritte getan werden müssten. Doch könne man der Klimakonferenz im Jahr 2011 im südafrikanischen Durban und den dort vorgesehenen Vereinbarungen konkreter Ziele zur Verringerung des weltweiten CO2-Ausstoßes jetzt wieder mit mehr Zuversicht entgegen sehen als nach dem gescheiterten Gipfel von Kopenhagen im vergangenen Jahr.
Bischof Fürst begrüßte es auch, dass mit dem Waldschutzprogramm die umfassende Dimension dessen wieder mehr in den Blick gekommen sei, was Bewahrung der Schöpfung bedeute. Der so genannte Grüne Klima-Fonds für die Bekämpfung des Klimawandels und seiner Folgen in den Entwicklungsländern, zeige überdies, dass die Klimadiskussion stets auch im Zusammenhang mit der Gerechtigkeit und der Verantwortung der reichen Industrienationen gegenüber den Entwicklungsländern gesehen werden müsse. Dass sich die USA mit ihrer Ablehnung eines rechtlich verbindlichen Abkommens auch weiterhin der internationalen Solidarität im Interesse des Klimaschutzes entzögen, nannte Bischof Fürst äußerst bedauerlich.

Für die vielen Anstrengungen zur Bewahrung der Schöpfung nicht zuletzt in den Kirchen sind nach den Worten des Bischofs die Beschlüsse von Cancún motivierend. Sie zeigten, dass man auch mit seinen Bemühungen im eigenen Umfeld nicht auf verlorenem Posten stehe. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart verwirklicht seit Juli 2007 eine breit angelegte interdisziplinäre Klima-Initiative. Unter anderem fördert sie mit einem sogenannten Nachhaltigkeitsfonds von rund 16 Millionen Euro die ökologische Entwicklung des Gebäudebestands in der Diözese und bewusstseinsbildende Maßnahmen für nachhaltiges Handeln in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen.