Erschließung biblischer Stätten mit wissenschaftlicher Kompetenz und religiöser Tiefe

„Biblische Reisen“ wurde 1962 durch das Katholische Bibelwerk gegründet. Die Bibelwissenschaften erlebten in dieser Zeit des Konzilsbeginns allgemein eine hohe Wertschätzung. Seit Beginn der 1970-er Jahre ist „Biblische Reisen“ ein ökumenischer Reisedienst des Katholischen Bibelwerks und der Deutschen Bibelgesellschaft. Der von diesen beiden Institutionen getragene „Ökumenische Arbeitskreis für Biblische Reisen e. V.“ ist der einzige Gesellschafter der „Biblische Reisen GmbH“.

„Reisen verbindet, Reisen bildet, biblische Reisen erschließen biblische Ort“: In diesen drei Grundsätzen lasse sich von Anfang an die Philosophie von „Biblische Reisen“ zusammenfassen, so Bischof Fürst. Er erinnerte an die erste Reise mit dem bekannten katholischen Tübinger Alttestamentler Herbert Haag (1915 - 2001) in den Libanon, nach Syrien, Jordanien und Israel. Haag habe es unmittelbar und auf werbende Weise verstanden, Erkenntnisse der Bibelwissenschaften an den biblischen Orten zu vermitteln. Der Spur, die mit diesem „brillanten Start“ gelegt worden sei, sei „Biblische Reisen“ über 50 Jahre hinweg treu geblieben: die „Verbindung aus biblischen Orten und einer sachkompetenten Heranführung an diese Stellen des Glaubens“. Die fachliche Kompetenz des Unternehmens zeige sich darin, biblische Orte als Orte der Erinnerung zu begreifen, die ihren eigenen religiösen Wert haben, sagte der Bischof. An ihnen werde deutlich, dass Gott in der Geschichte, an konkreten Orten und durch konkrete Menschen handle. Solche Orte könnten Glaube sinnlich erfahrbar machen und den Reisenden einen Weg in die eigene Tiefe und zu eigener religiöser Erfahrung erschließen. Mit Interesse habe er wahrgenommen, dass im Jubiläumsjahr 2012 auch eine „Biblische Reise für Atheisten“ angeboten werde. Darin liege eine große Chance, suchenden Menschen Zugang zu einem Sinn zu eröffnen, mit dem sie sich sonst vielleicht eher schwer täten. Nicht zuletzt werde bei „Biblische Reisen“ und ihren Trägerorganisationen seit 40 Jahren Ökumene praktiziert und gelebt, betonte Bischof Fürst.