„Europa tief ins Mark getroffen“

Rottenburg/Paris. 15. November 2015. Bischof Gebhard Fürst hat seinem Amtsbruder Kardinal André Armand Vingt-Trois, Erzbischof von Paris, sein tiefes Beileid nach den Attentaten in der französischen Hauptstadt ausgedrückt. In einem Kondolenzbrief vom Samstag schreibt Bischof Fürst, die Attentäter hätten Europa tief ins Mark getroffen und „Paris zur traurigsten Stadt Europas“ gemacht. Durch die Anschläge mit mehr als 130 Toten seien die auf den gemeinsamen christlichen Wurzeln gründenden Werte der Menschenwürde, Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Hoffnung zutiefst verletzt und beschädigt worden.

Der Rottenburger Bischof äußert sich in seinem Brief zuversichtlich, dass es den Feinden der freiheitlichen Demokratie nicht gelingen werde, „den Glauben an die hoffnungsvolle und erlösende Botschaft Jesu Christi und das friedvolle Miteinander der Religionen auszulöschen“. Der Bischof sicherte seinem Pariser Amtsbruder seinen geistlichen Beistand und den seiner Diözese zu. „Die Gedanken und Gebete der Gläubigen unserer Diözese sind bei den Menschen in Paris.“ Erzbischof Vingt-Trois war bis 2005 Erzbischof von Tours und damit Nachfolger des heiligen Martin in diesem Amt. Derzeit begeht die Martinsdiözese Rottenburg-Stuttgart ein Martinsjahr im Gedenken an den heiligen Mantelteiler, der vor 1.700 Jahren geboren wurde. Vingt-Trois hatte der württembergischen Diözese eine Martinsreliquie für deren Dom geschenkt.

Im Rottenburger Dom betonte Bischof Fürst am Sonntag, nach der von islamistischen Terroristen begangenen Tat dürften Muslime nicht unter Generalverdacht gestellt werden. „Wir werden den Mördern und Extremisten nicht den Gefallen tun, das in der Regel gute Miteinander von Christen und Muslimen in unserem Land in Gefahr zu bringen“, versicherte der Bischof.

Der Bischof rief zu Wachsamkeit auf. Es gelte, eine freundliche Gesellschaft zu verteidigen, nicht zuletzt auch im Interesse derer, die hierzulande Schutz gerade vor diesem Tod bringenden Terrorismus des IS suchen. Der von den Christen verkündete Gott habe durch die Hingabe seines Sohnes gezeigt, dass er die Menschen liebt. „Was Gott liebt, das lässt er nicht untergehen, sondern das heilt und rettet er.“