Exkursion in die Hauptstadt

Rottenburg/Stuttgart. 23. Juli 2014. Es geht abwärts, den Neckar runter: Am Freitag fliegen über 150 Mitarbeiter des Bischöflichen Ordinariats in Rottenburg aus mit Ziel Stuttgart. In mehreren Bussen brechen sie in der Bischofsstadt zum Betriebsausflug auf, um einen Tag lang die Landeshauptstadt unter die Füße zu nehmen. Immerhin hat die württembergische Diözese seit 1978 den Namen der Landeshauptstadt im Namen: Rottenburg-Stuttgart. St. Eberhard an der Königstraße trägt seit damals den Titel Konkathedrale.

Nach einem Gottesdienst dort können die Ausflügler ihre Neugier stillen. Die einen besichtigen neue Stadtbibliothek und Europaviertel im Norden, politisch Interessierte haben einen Termin im Landtag, Freunde schneller Autos und feiner Technik im Porsche-Museum in Zuffenhausen. Wieder andere schlendern durch die Wilhelma oder machen einen geführten Spaziergang durch den Süden der Stadt. Dort finden sich nachmittags alle ein und können die müden Glieder beim Bischof in dessen Stuttgarter Amtssitz Stella Maris ausruhen lassen.

Wer also von den Honoratiorenschwäbisch schwätzenden Stuttgartern auf Rottenburger Landsleute trifft, mag eine Lektion in der Mundart Sebastian Blaus alias Dr. Josef Eberle erhalten, umgekehrt bekommen die Rottenburger vielleicht eine in Honoratiorenschwäbisch. Letzteren Zungenschlag würdigte der katholische Rottenburger Dichter und erste Herausgeber der Stuttgarter Zeitung quasi als Weltsprache. Praktischerweise stelle es in der Buntheit der lokalen Abarten der schwäbischen Mundart eine gewisse allgemeingültige Einheit dar. „Es kann zusagen für das Esperanto Württembergs gelten“. So dürfte am Freitag dem Schwätzle zwischen Stuttgartern und Rottenburger Ausflüglern nichts entgegen stehen.

Uwe Renz