„Exzellenz und Breite“

Dies hat Bischof Gebhard Fürst beim Kongress der Kirchenmusik am Freitag, 24. Oktober, in Stuttgart im Beisein des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, betont. Die gleichzeitige Bedeutung exzellenter kirchenmusikalischer Leistungen und einer soliden kirchenmusikalischer Breitenarbeit müsse diesen Anspruch einlösen, betonte Bischof Fürst. Das „organische Miteinander künstlerischer Komplexität und volkstümlicher Schlichtheit“ sei auch „sinnenfälliger Ausdruck unseres Glaubens“.

Bischof Fürst wies darauf hin, dass es in Deutschland 16.000 katholische Erwachsenen-, Jugend- und Kinderchöre mit fast einer halben Million Mitglieder gebe. Sie seien ebenso ein „kostbares Potenzial der Kirche“ wie die rund 2.000 hauptberuflich und 16.000 neben- und ehrenamtlichen Kirchenmusiker. Der Schlussbericht der Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages zur „Kultur in Deutschland“ weise zu Recht darauf hin, dass die kulturelle Tätigkeit für die Kirchen keine Nebentätigkeit, sondern wichtiger Bestandteil ihres Dienstes sei und dass die kulturelle Infrastruktur der Kirchen „von beeindruckender Fülle“ sei. Daher, so Bischof Fürst, sei es für die Kirche auch von großer Bedeutung, das plurale musikalische Ausbildungsangebot zu sichern und weiterzuentwickeln, um auch für die Zukunft qualifizierte Kirchenmusikerinnen und –musiker heranzubilden.

Was die Zukunft der Kirchenmusik angehe, bestehe „kein Anlass zu Alarmstimmung“. Die Kirchenmusik sei von erforderlichen Sparmaßnahmen nicht stärker betroffen als andere Bereiche auch. Im Kulturetat der deutschen Diözesen für das Jahr 2006 von insgesamt 928 Millionen Euro habe der Anteil der Kirchenmusik mit über 176 Millionen Euro fast ein Fünftel ausgemacht.

Auch für die Gegenwartsmusik in der Kirche hielt Bischof Fürst ein Plädoyer. Es gehe dabei um „Neuschöpfungen aus dem Geist der Gegenwart“. Dieser müsse allerdings auch aus dem Geist der Vergangenheit begriffen werden, mit der ein „produktiver Umgang gepflegt“ werden müsse. Es gehe – wie grundsätzlich bei der Kirchenmusik – um eine Verankerung in der Liturgie und darum, „die heilsgeschichtliche Symbolik der überlieferten Liturgie durch Konfrontation mit dem modernen Bewusstsein neu erstrahlen“ zu lassen. Für die Eignung zeitgenössischer Musik in der Kirche formulierte Bischof Fürst vier Kriterien: die „geistlich anregende Wirkung beim Hörer“, die „Integrität der inneren Idee einer Komposition“, die „musikalisch-inspiratorische Dichte“ und „Hörassoziationen, die dem Kirchenraum angemessen sind“.