Familienpolitik als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Als gemeinsame Basis, von Bundesregierung und Kirche sieht das Mitglied des Präsidiums des Deutschen Familienbundes, Joachim Drumm, die Bewertung der Familienpolitik als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Zudem begrüße er den lebenslaufbezogenen Ansatz des Familienberichts der Bundesregierung und die Ausweitung des Familienbegriffs über die Erziehungszeit minderjähriger Kinder hinaus.

Drumm forderte eine realitätsgerechte Anhebung des Existenzminimums von Kindern. Zudem seien die Sätze für Unterkunft und Verpflegung und der Aufwand für Volljährige, die noch bei ihren Eltern leben, zu eng berechnet. Das Kindergeld bedürfe einer Anhebung und solle sich an der höchsten steuerlichen Entlastung des Kinderfreibetrags orientieren. „Der Vorschlag des Bundesfinanzministers, das Kindergeld zur Finanzierung beitragsfreier Kindergartenplätze zu kürzen, verkennt den Sinngehalt des Kindergelds völlig und zeugt von familienpolitischer Unkenntnis“, so Drumm.

Besonders bei der Betreuung der unter dreijährigen Kinder sieht Drumm einen Nachholbedarf an Betreuungseinrichtungen. Ebenso fordert er mehr Familien unterstützende Dienste insbesondere für Familien in prekären Lebenslagen. Der primäre Ort der Erziehung und Förderung der Kinder solle jedoch die Familie bleiben. Für jedes Kind müsse ein individueller Förderplan erstellt werden, den Erzieher und Eltern gemeinsam erarbeiten. Besondere Berücksichtigung müsse die gewandelte Zeitstruktur der Gesellschaft finden. Die Familien unterstützenden Einrichtungen müssten sich den Bedürfnissen der Familien anpassen. Flexiblere Arbeitszeiten der Eltern, verbesserte berufliche Wiedereinstiegsmöglichkeiten nach der Kinderphase, betriebliche Kinderbetreuung und Anerkennung der in der Familie erworbenen Kompetenzen, all das könnte die „Rush-hour des Lebens“ in der Erziehungsphase entlasten.