Faszinierte Blicke ins Universum

Der Institutsleiter und Professor für Raumfahrtanwendungen, Hans-Peter Röser, stellte das europaweit einzigartige Institut mit 170 Mitarbeitern, darunter 60 Doktoranden, dem seit langem astronomisch interessierten Theologen vor.

Ob Forschung mit Plasma-Triebwerken und Tests von Materialien während der thermisch hoch belastenden Eintrittsphase in Atmosphären oder das Sofia-Weltraumteleskop an Bord eines anstelle eines Satelliten eingesetzten Spezial-Jumbos bis zur Überlebenssicherung an Bord von Raumfahrzeugen oder zum studentischen Kleinsatellitenprojekt „Flying Laptop“ – Bischof Fürst konnte einen exklusiven Eindruck gewinnen in die Erforschung des Universums.

Engagiert diskutierten Bischof und Wissenschaftler über Fragen wie nach den Grenzen des Alls, nach möglichem Leben auf anderen Planeten oder nach veränderten Gottesbildern aufgrund neuer astronomischer Erkenntnisse. Bescheiden gaben sich die Forscher. Eine neue Erkenntnis bringe stets eine Fülle neuer Fragen hervor, versicherte etwa der Spezialist für extraterrestrische Raumfahrtmissionen, Alfred Krabbe. Ulf Merbold und Ernst Messerschmid, die sich bereits vor Jahren als Astronauten einen Namen machten, verteidigten den hohen Aufwand für astronomische Forschung. Es zeichne den Menschen aus, dass er seinen Lebensraum immer mehr erforsche und seine Grenzen erweitere. „Das hat ihm über die Jahrtausende das Überleben gesichert“, sagte Messerschmid. Er forscht, wie Menschen in Raumfahrzeugen überleben können, von der Versorgung mit Wasser bis zur Ernährung.

Diesen Planeten zu bewahren, dazu sollten alle Menschen weltweit beitragen, da waren sich Bischof und Naturwissenschaftler einig. Merbold fügte hinzu, er habe durch die Raumfahrt erfahren, wie unvergleichlich kostbar der blaue Planet für die Menschen sei. „Wir können nach Lebensmöglichkeiten auf anderen Planeten suchen, aber die Erde ist der unersetzliche Lebensraum für den Menschen schlechthin.“

Uwe Renz