Festliches Ereignis in Staub und Hitze

Dort wurden in der Glockengießerei Albert Bachert die neue A-0-Glocke sowie eine kleinere Glocke für den Rottenburger St.-Martins-Dom gegossen. Die A-0-Glocke, die bereits in den 60-Jahren des 20. Jahrhunderts bei der Errichtung eines neuen Glockenstuhls aus Stahl vorgesehen wurde und die dem gesamten Geläut künftig die Tonbasis geben soll, wird dem hl. Martin von Tours geweiht sein. Außerdem wird sie Wappen und Wahlspruch von Bischof Joannes Baptista Sproll tragen: „Fortiter in fide – Tapfer im Glauben“. Mit dieser Widmung ehrt die Diözese Rottenburg-Stuttgart ihren 7. Bischof, dessen öffentlicher Widerstand gegen die Nationalsozialisten im Jahr 1938 in Rottenburg zu schweren Ausschreitungen und zu seiner Vertreibung aus der Diözese geführt hatte. Nachdem Firmeninhaber Albert Bachert den Rottenburger Bischof Gebhard Fürst begrüßt und dieser in einer kurzen Ansprache an den Diözesanpatron Martin von Tours und an Bischof Sproll erinnert sowie ein Segensgebet gesprochen hatte, stachen Mitarbeiter der Glockengießerei in hoch konzentrierter Atmosphäre den Ofen an und ließen die 1.200 Grad heiße glühende Gussmasse in die in einer Grube im Boden eingemauerten Hohlformen einließen. Hitze und Staub in der Halle der Gießerei änderten nichts an der Feierlichkeit des etwa 20-minütigen Vorgangs, der körperliche Schwerstarbeit, hohe Professionalität und Erfahrung und Jahrhunderte alte handwerkliche Tradition in sich vereinigt.

Bis die fast fünf Tonnen schwere große Glocke und ihre kleinere, zwei Tonnen schwere Schwester zum Matinusfest erstmals vom Turm des Rottenburger Doms aus erklingen, ist in der Karlruher Firma Bachert von viel Arbeit zu leisten.